Konvoi der 'Patriot'-Raketenabwehrstaffel
In Thüringen wird über einen Einsatz der Bundeswehr in den Wäldern nachgedacht. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Mohring-Vorschlag Bundeswehr zu Einsatz in Thüringens Wäldern bereit

Die Forderung von Thüringens CDU-Chef Mike Mohring, die Bundeswehr in den schwer geschädigten Wäldern des Freistaats einzusetzen, stößt auf Zustimmung. Sowohl die Streitkräfte als auch das Technische Hilfswerk signalisierten grundsätzliche Hilfsbereitschaft. Ministerpräsident Bodo Ramelow kann sich mit der Idee ebenfalls anfreunden.

Konvoi der 'Patriot'-Raketenabwehrstaffel
In Thüringen wird über einen Einsatz der Bundeswehr in den Wäldern nachgedacht. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Angesichts der Zustände in den Wäldern fordert Thüringens CDU-Chef Mike Mohring Hilfe durch Bundeswehr und Technisches Hilfswerk (THW). Vom Borkenkäfer befallenes Holz müsse unverzüglich aus dem Wald, damit sich der Befall nicht weiter ausbreite. Auch müsse Trockenholz dringend beräumt werden, sagte Mohring.

Mike Mohring sieht "Notsituation" in Thüringens Wäldern

Da Holz aktuell kaum Erlöse bringe, fehle den Waldbesitzern das Geld, um Wälder zu beräumen und wieder aufzuforsten. Mohring spricht von einer Notsituation, in der Bundeswehr und THW um Hilfe gebeten werden müssten. Nach Angaben der Thüringer CDU-Landtagsfraktion sei ein entsprechender Einsatz der Streitkräfte im Inland durch das Grundgesetz gedeckt. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) signalisierte auf Twitter, dass er sich die Unterstützung von Bundeswehr und THW "beim Absägen und Rausholen" vorstellen könne.

Mike Mohring, CDU-Fraktionsvorsitzender, sitzt im Plenarsaal bei einer Sondersitzung des Thüringer Landtags zur Schlösser-Stiftung auf Antrag der CDU-Fraktion.
Thüringens CDU-Chef Mike Mohring schlägt einen Einsatz der Bundeswehr in Thüringens Wäldern vor. Bildrechte: dpa

Katastrophenalarm: Regelungen für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren

Eine offizielle Anfrage aus Thüringen zur Hilfe beim Beseitigen von Waldschäden hat das Militär allerdings noch nicht erhalten. Das sagte der Sprecher des Bundeswehr-Landeskommandos Thüringen, Oberstleutnant Michael Weckbach, am Dienstag. Eine solche Anforderung müsste aber von einer staatlichen Stelle wie der Landesregierung oder einer nachgeordneten Behörde gestellt werden, erklärte Weckbach mit Blick auf die Forderung von CDU-Landeschef Mohring. Die Entscheidung über einen Einsatz der Bundeswehr würde dann vom Kommando "Territoriale Aufgaben" in Berlin getroffen.

Laut Weckbach müssen für einen Einsatz der Truppe bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: "Die Bundeswehr kann grundsätzlich nur subsidiär helfen", sagte er. "Das heißt, dass bereits alle anderen verfügbaren Kräfte wie etwa das THW bereits gebunden sind oder dass besonderes Gerät notwendig ist, über das die Bundeswehr verfügt." Außerdem müsse zuvor Katastrophenalarm ausgelöst worden sein.

Bundeswehr und THW signalisieren Hilfsbereitschaft

Wie der Sprecher weiter sagte, sei aber auch Unterstützung im "niederschwelligen Bereich" möglich, etwa indem Geräte bereitgestellt oder logistische Leistungen erbracht würden. So sei beispielsweise der Standortübungsplatz Ohrdruf nach dem Orkan "Kyrill" im Jahr 2007 zur Lagerung von Schadholz genutzt worden.

Hilfe bot am Dienstag auch das Technische Hilfswerk an. Der Landesbeauftragte Manuel Almanzor sagte MDR THÜRINGEN, bei einer Anfrage stehe das THW bereit. Zwar könne das Hilfswerk keine Forstwirtschaft ersetzen, doch die etwa 1.000 freiwilligen Helfer in den zwölf Ortsverbänden könnten jederzeit unterstützen.

"Masterplan Wald" der Thüringer Landesregierung

Thüringen will ein Nothilfeprogramm gegen das Waldsterben durch Trockenheit und Borkenkäferbefall starten. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte am Dienstag nach einem Spitzengespräch in Erfurt, die Landesforstanstalt solle in einem ersten Schritt die notwendigen Mittel bekommen, um möglichst schnell abgestorbene Bäume aus den Wäldern zu bringen. Darauf habe sich die Ministerrunde verständigt, zu der Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) eingeladen hatte. "Die Lage ist dramatisch, jetzt hat Schadensbegrenzung Priorität", sagte Siegesmund. In einem zweiten Schritt gehe es um Wiederaufforstung mit klimabeständigeren Baumarten. Der "Aktionsplan Wald 2030ff" soll voraussichtlich in der kommenden Woche vom Kabinett beschlossen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 13. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 17:22 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

13 Kommentare

14.08.2019 17:05 martin 13

@8 kalkbrenner: Sie scheinen sich ja eher selten im Wald nützlich gemacht zu haben. Sonst wüssten Sie, dass die von Ihnen gescholtenen Gruppierungen und die damit verbundenen Menschen sehr wohl bereits längst auch dort aktiv sind.

14.08.2019 10:17 part 12

Können denn die BW- Angehörigen überhaupt mit einer Kettensäge umgehen oder diese Warten? Beim Kriegsgerät sind sie ja auch auf Zivilangstellte angewiesen, die über die Konstruktionsmängel jammert.

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Wolfspräparat mit hellbraunem Fell und Hybrid mit schwarzem Fell in Museum 1 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Bis zum Januar ist ein bei Ohrdruf erlegter schwarzer Wolfshybride als Präparat zu sehen, dessen Vater mutmaßlich ein Labrador war. Zum Vergleich steht daneben eine auf der A71 überfahrene Wölfin.

Di 10.12.2019 15:13Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/video-wolfshybrid-im-erfurter-naturkundemuseum100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video