Blindgänger bei Bauarbeiten entdeckt Fliegerbombe in Erfurt entschärft

Am Erfurter Stadtrand ist bei Baggerarbeiten am Montag eine scharfe Fliegerbombe gefunden und einige Stunden später entschärft worden.

Bagger an Baustelle in enger Straße
Der Fundort nahe der Ausfallstraße Richtung Flughafen Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Polizei: "Jede Erschütterung gefährlich"

Halbierter Zylinder in Baugrube
Der Blindgänger Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Der Blindgänger lag in der Straße "Am Kreuzchen" 12. Die Bombe amerikanischer Bauart selber sei nicht kompliziert gewesen, kompliziert sei das Reststück, sagte Andreas West vom Kampfmittelräumdienst Tauber. West leitet die Entschärfung. Denn die Bombe war durch eine Baggerschaufel in zwei Teile gebrochen. Dabei wurde auch der Zünder beschädigt, was das Entschärfen erschwerte. Nach der eingehenden Prüfung hatten die Experten gegen 14:45 Uhr begonnen, den Sprengkörper unschädlich zu machen. Wäre dies nicht möglich gewesen, hätte die 127 Kilogramm schwere Bombe über eine kurze Strecke transportiert werden müssen, um sie dann am Alacher See in einer Senke zu sprengen. Nach einer Dreiviertelstunde war die Bombe aber entschärft. Kurz danach hatten die Experten auch den zweiten Zünder entschärft.

170 Menschen in Sicherheit gebracht

Bei der Evakuierungsaktion bekam die Erfurter Polizei Hilfe von Bundespolizisten des nahegelegenen Flughafens. Die Verkehrsbetriebe EVAG stellte Busse bereit. Von der Evakuierung waren die Binderslebener Landstraße zwischen Hauptfriedhof und Tankstelle betroffen. Von dort wurden in Richtung Norden alle Häuser bis zum Peterborn geräumt. In Richtung Osten wurde das Areal bis zum Pfortenweg evakuiert. Insgesamt wohnen dort nach Angaben eines Stadtsprechers 500-600 Menschen, die meisten waren auf Arbeit. Rund 170 Menschen wurden schließlich in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr hatte einige hilfs- und pflegebedürftige Anwohner während der Entschärfung in die Gropiusschule gebracht.

Mehrere Einsatzkräfte über Plan gebeugt
Rund 170 Menschen wurden in Sicherheit gebracht Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Mai 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2019, 20:39 Uhr

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3 Kommentare

27.05.2019 20:46 Garthoff 3

Diese und unzählige andere Bomben wurden mit großer Wahrscheinlichkeit am 20.02.1944 beim ersten Luftangriff der US Air Force abgeworfen. Es sollte ältere Anwohner nicht überraschen, denn dieses Gebiet wurde sehr schwer getroffen.

27.05.2019 20:03 Timm Schmid 2

Vor den Bauarbeiten war der Kampfmittelräumdienst eben wegen der hohen Wahrscheinlichkeit vor Ort und hat die Straße "geprüft". Dabei wurde an anderer Stelle aber nur Metallschrott unter der Fahrbahn detektiert und auch entfernt. Ob die Bombe zu tief lag?

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