Erfurter Zoo West-Nil-Virus jetzt auch in Thüringen festgestellt

Das West-Nil-Virus ist auf dem Vormarsch. Im letzten Jahr wurden erstmals Menschen in Mitteldeutschland durch Mückenstiche infiziert. Jetzt ist das Virus bei einer toten Schnee-Eule im Erfurter Zoo nachgewiesen worden.

Moskitos werden in einer Petrischale untersucht.
Das Virus wird durch Mücken übertragen. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Bei einer verstorbenen Schneeeule im Erfurter Zoo ist das West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Das teilte das Thüringer Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Das aus Afrika stammende Virus war 2018 erstmals bei einem Wildvogel in Deutschland entdeckt worden.

Das Virus wird durch Mücken verbreitet. Übertragungen sind aber auch durch Bluttransfusionen möglich. Infizierte Menschen können laut Ministerium an grippeähnlichen Symptomen leiden.

Impfstoff für Menschen nicht bekannt

Bei Pferden kann es zu Hirnentzündungen, Lähmungen oder Krämpfen kommen. Das Ministerium empfiehlt deshalb Pferdehaltern in Thüringen, ihre Tiere prophylaktisch impfen zu lassen.

West-Nil-Virus
Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika. Bildrechte: dpa

Menschen wird dazu geraten, auf ausreichend Mückenschutz im Freien zu achten. Im vergangenen Jahr wurden demnach in Mitteldeutschland fünf Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen diagnostiziert, die vermutlich auf Mückenübertragung zurückgingen. Es waren die ersten Fälle bundesweit. Die weitere Ausbreitung hierzulande könnte vor allem durch längere Sommer mit hohen Temperaturen begünstigt werden.

Tödlicher Verlauf äußerst selten

West-Nil-Viren stammen ursprünglich aus Afrika. Infektionen beim Menschen verlaufen laut Robert-Koch-Institut (RKI) zu ca. 80 Prozent ohne Symptome, bei knapp 20 Prozent mit meist milder und unspezifischer Symptomatik wie Fieber oder Hautausschlag. Nur bei unter einem Prozent aller Betroffenen – in der Regel bei Älteren mit Vorerkrankungen – kommt es zu einer Hirnhautentzündung oder zu einer Entzündung des Gehirns, die tödlich enden kann. Impfstoffe oder eine spezifische Therapie für Menschen gibt es bislang nicht.

West-Nil-Virus ist meldepflichtig

Infektionen mit dem West-Nil-Virus sind meldepflichtig. Seit 2018 empfiehlt das RKI Ärzten in den betroffenen Regionen, Patienten mit Gehirnentzündungen unklarer Herkunft auf West-Nil-Viren untersuchen zu lassen. Auch bei vermehrtem Auftreten von Fiebererkrankungen mit und ohne Hautausschläge muss das Virus als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Juli 2020 | 16:00 Uhr

9 Kommentare

Lyn vor 9 Wochen

Spaß beiseite....

Einige der invasiven Arten sind irgendwie entzückend.

Die Waschbären, auch wenn sie manchen Autofahrer zur Verzweiflung treiben.

Mein fetter Kater schleppte neulich einen Degu an; es stellte sich heraus, dass jemand im Nachbarkaff die als Futter für seine Schlangen züchtet. Immermal entkommt einer, fühlen sich offensichtlich sehr wohl hier. Ob sie irgendwann den Mäusen Konkurrenz machen? Keine Ahnung, aber Degus sind noch niedlicher.

Tigerspinnen habe ich hier schon ein paar Jahre, werden richtig groß und fett, schon mehrere aus dem Haus getragen. Von dem Vieh möchte ich auch nicht gebissen werden.

Es gibt hoffentlich ein Medikament.

Oder irgendwann einen effektiven Mückenschutz, den meine Haut verträgt

Harka2 vor 9 Wochen

Erst mal den Aufenthaltsstatus der Mücke prüfen und dann zügig abschieben, da sie ja in ein Verbrechen verwickelt ist. Am besten auch gleich den ganzen Clan mit abschieben. Aber wer zahlt die Kosten für den Rückflug? Und, kommt sie dann im Zuge einer Familienzusammenführung wieder zurück, weil sie mit einer gemeinen Stechmücke liiert ist? Anderenseits sind blutsaugende Mücken weiblich - da muss man nicht so viel Rücksicht nehmen ...

Harka2 vor 9 Wochen

Ich hatte mich am Wochenende schon gefragt, wo die zweite Schneeeule hin ist und ob sie verborgen am Brüten ist. Schade, dass dies hier nun die Erklärung ist.

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