Kriminalität Hacker-Angriffe in Thüringen nehmen zu - Erfurter X-Fab-Werk weiterhin stillgelegt

Der Halbleiter-Hersteller X-Fab kämpft weiter mit den Folgen eines Cyber-Angriffs. Die IHK Erfurt und das Landeskriminalamt verzeichnen generell einen Anstieg der Cyber-Kriminalität in Thüringen.

Hände tippen an einem Laptop (Symbolbild)
Von dem Cyber-Angriff sind im Erfurter X-Fab-Werk fast 750 Mitarbeiter betroffen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Der Halbleiter-Hersteller bleibt dabei: Erstmal wird nicht produziert. Nach einem Cyber-Angriff am vergangenen Wochenende hatte X-Fab die Produktion auf Eis gelegt. Am Erfurter Standort sind 750 Mitarbeiter betroffen. Sie können nur abwarten, während ein Team aus internen und externen IT-Fachleuten versucht, den Betrieb wieder zum Laufen zu bringen.

Mit seinem Problem steht das global agierende Unternehmen nicht alleine da. Wie ein Sprecher der IHK Erfurt MDR THRÜRINGEN sagte, nehmen Hacker-Angriffe immer mehr zu. Große Unternehmen wie X-Fab seinen zwar oft mit guten IT-Abteilungen ausgestattet, wären aber durch ihre Größe auch ein ganz besonders interessantes Ziel für Angriffe. Statistiken zu konkreten Zahlen gäbe es nicht.

Wie es von der IHK Erfurt heißt, wäre deren Gültigkeit aber ohnehin anzuzweifeln, da viele Unternehmen Cyber-Angriffe gar nicht bemerken oder sie aus Scham nicht anzeigen. "Ich gehe von einer hohen Dunkelziffer aus", sagte der Sprecher.

Cyber-Angriffe werden immer komplexer

Auch das Landeskriminalamt (LKA) bearbeitet immer mehr Fälle von Cyber-Kriminalität. Problematisch sei dabei vor allem, dass die Angriffe im Cyber-Raum zunehmend komplexer und professioneller würden, hieß es von Seiten des LKA. Dem haben Unternehmen oft nicht viel entgegenzusetzen.

Manuela Weimann vom LKA sagte, "einen absoluten Schutz vor Cyber-Attacken gibt es nicht". Die Angriffe könnten lediglich erschwert werden. Um Unternehmen für eine sichere Softwarestruktur zu sensibilisieren, bietet die IHK Erfurt jährlich Veranstaltungen für Unternehmen an - teilweise in Kooperation mit dem Landeskriminalamt.

X-Fab beschäftigt weltweit 4.000 Mitarbeiter

Die Schäden solcher Attacken sind oft schwer zu beziffern. Auch X-Fab wollte zum Schaden bisher keine Aussage machen, genauso wie zur Art des Angriffs. Wann die Erfurter Beschäftigen wieder ihrer Arbeit nachgehen können, ist ebenfalls offen.

Das Erfurter Werk ist nicht der einzige Standort des Unternehmens in Deutschland. Die börsennotierte X-Fab-Gruppe betreibt auch Werke in Dresden und Itzehoe. Auch in den USA, in Malaysia und in Frankreich wird produziert. Insgesamt sind weltweit rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Juli 2020 | 17:00 Uhr

9 Kommentare

martin vor 19 Wochen

@rotti: Einfache Lösungen gegen staatliche und/oder hochprofessionelle Hacker? O.K. - Stecker ziehen und keine Verbindung zum Internet. Ansonsten wünsche ich Ihnen viel Glück - Sie werden es brauchen, wenn sich derartige Personen näher mit Ihrem / Ihren Computer/n beschäftigen.

Wäre ich auch betroffen, würde ich mich an das BSI oder an entsprechend zertifizierte Unternehmen wenden.

Rasselbock vor 19 Wochen

Das Problem ist oft der geöffnete Port für Fernwartungsaufgaben und andere Portweiterleitungen. Remotecontrol sollte man nicht machen. Ausserden, eine gute Softwarefirewall ist schon Pflicht, sie richtig zu administrieren gelingt aber nicht jeden. Wie meine IT Struktur aussieht werde ich hier nicht darlegen, der Insider wird es aber wissen. Freilich, 100% Sicherheit gibt es nicht, aber, mit geeigneten Massnahmen kann man den Hackern den Spass schon gewaltig verderben.
@saxo: Sie liegen völlig falsch in Ihrer Meinung, jeder Rechner ist interessant, und sei es als Teil eines Botnetzes zum Klauen von Rechnerkapazität. Firemendaten sind immer von Interesse,saxo, Sie wissen in der Tat nicht wovon Sie reden. Was XFAB angeht, das Ganze hat schon etwas ein gewisses Geschmäckle.

martin vor 19 Wochen

@rotti: Vor "solchen" Angriffen? Wissen Sie denn, was das für ein Angriff war? Sicher: Gegen die Stöberer und wenig qualifizierten Script-Kids kann man sich mit einfachen Mitteln schützen. Gegen professionelle Angreifer oder engagierte Amateure, die auch über (unterschiedlich hohe) finanzielle Mittel verfügen, wird es schon schwerer bis fast unmöglich. Oder glauben Sie, dass Sie mit Ihren Kenntnissen ein am Internet angeschlossenes größeres Netz gegen staatliche Akteure bspw. aus China wirksam schützen können?

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