Evangelische Kirche Jeder achte Pfarrer leidet an Burnout

In Mitteldeutschland leidet jeder achte Pfarrer an Burnout. Das geht aus einer Studie der Uni Greifswald im Auftrag der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland hervor. Als einen Grund nennt die Studie, dass die Mitarbeiter immer mehr Aufgaben übernehmen müssen.

Ein Geistlicher auf der Kanzel
Die Geistlichen sollen sich wieder mehr um ihre eigentlichen Aufgaben kümmern. Bildrechte: Colourbox.de

Wegen sinkender Mitgliederzahlen sind Pfarrer auf dem Land für immer mehr Gemeinden und größere Kreise verantwortlich. Anders in der Stadt. Hier steigt die Zahl der Kirchenmitglieder. Dadurch müssen sich die Geistlichen aber um mehr Menschen und damit um mehr Sorgen kümmern. Deshalb bleibt laut Studie keine Zeit mehr für das eigene geistliche Leben und auch keine Zeit für ein Privatleben nach Feierabend.

Als Folge leide jeder Achte im Pfarrberuf an Burnout - jeder Dritte ist demnach gefährdet. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland will, dass sich die Pfarrer wieder mehr um ihre eigentlichen Aufgaben kümmern. Sie sollen ausschließlich predigen, taufen und Paare trauen. Und nicht die Betriebskostenabrechnung machen oder die Kirchenglocke läuten.

Für die Studie hat die Universität Greifswald rund 700 Fragebögen in den vergangenen drei Jahren ausgewertet. Die Fragebögen wurden in alle Kirchenkreise der EKM in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt geschickt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Januar 2020 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2020, 18:12 Uhr

21 Kommentare

Rotti vor 1 Wochen

In der Kirche scheint es zu viele Häuptlinge zu geben. Die Kirchenverwaltungen haben sich zum Staat im Staate entwickelt. Das bindet Mittel, die nun an der Basis fehlen. Das führt dazu, dass die Kirche immer weniger Mitglieder hat. Die können froh sein, dass es keine Wiedergeburt gibt. Sonst hätte Luther da noch mal eine Reformation gestartet.

part vor 1 Wochen

Ich wurde zwar nicht als Kleinkind mit kaltem Wasser am Kopf erschreckt, doch sollten doch bitte Teile von Abergläubigkeit nicht bitte unter Staatliche Förderung fallen, zumal sich neue Religionsgemeinschschaften zusätzliche staatliche Förderung erhoffen. Napoleon Bonaparte hat viel Elend aber auch gesellschaftlichen Fortschrritt gebracht, seine Enteignugen kirchlichen Eigentums und deren Beendigung wurden noch nicht mal unter der Führung von Bodo Rammelow umgesetz obwol Ländersache. Da Grundsatzproblem besteht wohl aber darin, das immer mehr Reiche und Supereiche es vermögen tatsächlich wie ein Kamel durch ein Nadelör zu gehen und die Vertreter Christi vielleicht darin einen Gewissenskonflikt entdecken.

Horst Schlaemmer vor 1 Wochen

Vielschreiberei macht Unfug leider auch nicht besser, Herr Männer. Informieren Sie sich lieber korrekt, bevor Sie hier neidvoll oder bösartig oder unwissend Ihre "Wahrheit" verbreiten. Ich kann Ihnen da z.B. die Kirchenrechtseite der EKBO empfehlen. Hier finden Sie korrekte Besoldungstabellen. Die Vermischung der Konfessionen ist übrigens wenig hilfreich. Im Artikel geht es konkret um evangelische Pfarrpersonen. Die erhalten - zumindest im Bereich der EKBO - weder Urlaubsgeld noch 13. Gehalt. Es gibt in der evangelischen Kirche auch keinerlei Einkünfte aus Taufen, Trauungen, Bestattungen und anderen Amtshandlungen. Spenden in diesem Zusammenhang kommen allein den Kirchengemeinden zugute. Auch für geleisteten Religionsunterricht bekommen Pfarrpersonen nichts extra. Sie haben recht, der Mietwert in Pfarrwohnungen und -häusern ist ein geldwerter Vorteil und wird als solcher versteuert. Eine Mietersparnis ist da, die Residenzpflicht ist aber in vielerlei Hinsicht durchaus problematisch.

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