Vor 74 Jahren Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Buchenwald

Vor 74 Jahren wurde das KZ Buchenwald bei Weimar befreit. Das Internationale Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) hat am Sonntag an die Opfer und Überlebenden der Konzentrationslager erinnert.

Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, begrüßte 25 ehemalige Buchenwald-Häftlinge, die die Reise nach Thüringen antreten konnten. Die Überlebenden kommen unter anderem aus Frankreich, Israel, Polen, der Ukraine und Weißrussland.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, rief dazu auf, für demokratische Werte und Menschenrechte einzustehen. Er beklagte zudem einen spürbaren Rechtsruck in Europa. Alojzy Maciak, Vizepräsident für Polen des IKBD, forderte die Jugendlichen auf, sich gegen Antisemitismus und Rassismus zu wenden. Der Kampf um demokratische Welt müsse fortgesetzt werden.

Dominique Durand, Präsident des IKBD, begrüßte es in seiner Ansprache sehr, dass das geplante Bratwurstmuseum in Mühlhausen nun doch an einem anderen Standort als auf dem Gelände eines Außenlagers des ehemaligen KZ Buchenwald gebaut wird.

Fünf frühere Gefangene verlasen in mehreren Sprachen den "Schwur von Buchenwald", in dem es unter anderem heißt: "Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

KZ-Überlebende besuchen Weimar und Bauhaus-Museum

Die Überlebenden hatten bereits am Freitag als Ehrengäste das neue Bauhaus-Museum besucht. Zuvor besichtigten sie die Ausstellung "Die Zeugen", für die auch einige von ihnen fotografiert wurden. 16 großformatige Portraits von Überlebenden säumen die Straße von Weimarer Hauptbahnhof bis zum neuen Bauhaus-Museum, als Zeichen, dass auch Buchenwald zur Geschichte der Stadt gehört.

Weimars OB Peter Kleine und Überlebende des KZ Buchenwald
Weimars OB Peter Kleine (3. v.r.) und Überlebende des KZ Buchenwald. Bildrechte: MDR/Maria Socolowsky

Das Konzentrationslager Buchenwald

In Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar und seinen 136 Außenlagern hatte das NS-Regime von Juli 1937 bis zum 11. April 1945 rund 250.000 Menschen zusammengepfercht. Rund 56.000 Häftlinge starben in Buchenwald, weitere 20.000 allein im Außenlager Mittelbau-Dora bei Nordhausen. Die Opfer verhungerten, erfroren, starben an Krankheiten oder wurden ermordet. Unter ihnen war auch KPD-Chef Ernst Thälmann, der im August 1944 von SS-Männern in Buchenwald erschossen wurde.

Am Vormittag des 11. April 1945 hatten US-Soldaten den Ettersberg erreicht und sich Gefechte mit verbliebenen SS-Wachmannschaften geliefert. Diese flohen. Gegen 15:00 Uhr übernahmen bewaffnete Widerstandsgruppen aus den Reihen politischer Häftlinge die Kontrolle über das Lager und gingen ihren Befreiern entgegen. Im Lager waren noch etwa 21.000 Menschen, darunter 904 Kinder und Jugendliche.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 07:00 Uhr