Holocaust-Gedenktag Gedenkstätte Buchenwald lässt Höcke nicht teilnehmen

Der AfD-Politiker Björn Höcke darf auch in diesem Jahr nicht am feierlichen Gedenken an die Opfer des Holocaust teilnehmen. Das sagte Rikola-Gunnar Lüttgenau von der Leitung der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau Dora. Die Gedenkstätte werde auf jeden Fall verhindern, dass der Thüringer AfD-Chef bei der Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appellplatz des Konzentrationslagers Buchenwald anwesend ist.

Besonders für die an der Zeremonie teilnehmenden Holocaust-Opfer sei das nicht zumutbar, sagte Lüttgenau. Höcke habe nicht erkennen lassen, dass er von seinen umstrittenen Äußerungen zur Erinnerungskultur in Deutschland abgerückt ist. An jedem anderen Tag sei Höcke aber in der Gedenkstätte willkommen, um sich über Verbrechen des Nationalsozialismus zu informieren.

Von der AfD-Landtagsfraktion hieß es auf MDR-Anfrage, Partei- und Fraktionschef Höcke werde auf den Besuch der Gedenkfeier im KZ Buchenwald verzichten.

Höcke hatte 2017 unmittelbar vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar vor jubelnden Anhängern von einer, so wörtlich, "dämlichen Erinnerungskultur" gesprochen. Das Berliner Mahnmal für die ermordeten Juden bezeichnete er in der Rede als "Denkmal der Schande".

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 20. Januar 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2018, 19:42 Uhr

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42 Kommentare

22.01.2018 18:58 Liberaler 42

Was soll ein Mann aus einer Partei auch dort, in deren Reihen ständig von „Schuldkult“ geschwafelt wird, Rassismus an der Tagesordnung ist und die guten Freunde von Pegida mit selbstgebastelten Galgen durch die Gegend laufen, ohne auch nur einen Funken Scham zu empfinden. Dazu noch aus einer Partei, die selbst die Nähe zur völlig schwachsinnigen Reichsbürgerbewegung nicht zu scheuen scheint. Höcke selbst ist sowieso sehr sehr weit rechts. Die Opfer des NS Regimes haben es nicht verdient, dass so eine Person an einer Gedenkfeier für sie teilnimmt.

22.01.2018 16:47 O-Perler (1. V.) 41

Der MDR-Artikel ist zwar sachlich nicht zu beanstanden, hat aber m.E. ein von Höcke selbst aktuell nicht forciertes Thema und fungiert als Trigger, auf den ein paar "gesichtzeigende" Leute anspringen und mit einigen unbewiesenen Behauptungen aufwarten, die mitunter die Grenze des Justizibialen tangieren. (indirekte Titulierung als "Neonazi" von @32.; Unterstellungen von @38. und @39. "Opfer ... verhöhnt" - das wäre u.a. §189 StGB, und Höcke müßte vor den Kadi!). Eine einigermaßen fundierte Kritik von Höckegegnern fand ich nur in @25. Noch mal meine Meinung: Für mich stellt die endlos repetierte mediale Erwähnung von Herrn Höcke eher Reklame für ihn als Abschreckung gegen ihn dar, noch dazu, weil er sich nach seiner skandalisierten sogenannten "Dresdner Rede" nichts Inkriminiertes mehr hat "zu Schulden kommen lassen", wenn ich mir die ihm nicht so gewogenen Medien betrachte.

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