Erfurt-Marbach Umstrittene Holzkreuze abgerissen

Im Erfurter Stadtteil Marbach sind die Holzkreuze auf einem Grundstück neben der geplanten Moschee beseitigt worden. Ein Abrissbagger hatte die insgesamt elf Holzkreuze am Mittwoch entfernt.

Im Erfurter Stadtteil Marbach sind die vor einigen Tagen aufgestellten meterhohen Holzkreuze beseitigt worden. Ein Abrissbagger entfernte die elf Kreuze im Auftrag des Grundstückseigentümers, der Mainzer Aufbaugesellschaft. Diese hatte die Iniatiatoren der Kreuz-Aktion, die Vereinigung "Bürger für Erfurt", zuvor aufgefordert, die Kreuze selbst zu entfernen. Die Vereinigung wollte mit den Kreuzen nach eigenen Angaben gegen die Pläne der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde protestieren, auf einem Nachbargrundstück eine Mosche zu errichten. Die Beseitigung der Kreuze wurde am Mittwoch von der Polizei abgesichert. Gestört wurde der Abriss nicht.

Die Kreuze waren Anfang März aufgestellt worden - illegal, wie die Mainzer Aufbaugesellschaft erklärte. Die Gesellschaft habe von der Nacht-und-Nebel-Aktion der "Bürger für Erfurt" nichts gewusst, teilte das Unternehmen MDR THÜRINGEN mit. Es warf den "Bürgern für Erfurt" vor, das Grundstück widerrechtlich betreten und für seine Aktion benutzt zu haben.

Marbachs Ortsteil-Bürgermeisterin Katrin Böhlke (parteilos) hatte sich damals von den Initiatoren der Kreuzaktion distanziert. Die "Bürger für Erfurt" sprächen nicht für Marbach. Steffen Dittes von der Linke-Fraktion im Thüringer Landtag kritisierte ebenfalls die Kreuzaktion. Dittes sagte MDR THÜRINGEN, er habe die Sorge, dass die Bürger nicht mehr erkennen wollten, wer hinter der Aktion stehe. Das seien Rechtsextreme und Neonazis. Damit werde extrem rechte Propaganda weiter in die Gesellschaft hineingetragen. Kritik kam zudem von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Der Regionalbischof von Erfurt-Eisenach, Christian Stawenow, sagte, das Kreuz Jesu Christi stehe für die Liebe Gottes zu allen Menschen. Mit dem Zeichen des Kreuzes Konfrontation zu zementieren, sei das Gegenteil dessen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Fazit | 22.03.2017 | ab 18:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2017, 15:53 Uhr

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52 Kommentare

24.03.2017 15:00 Eulenspiegel 52

Kritiker Ich denke da haben sie den falschen Blick. Hier gibt es keine Moscheebefürworter. Hier gibt es nur Befürworter der verfassungsrechtliche Grundrechte. Und wenn sie unveräußerliche Grundrechte veräußern wollen nur weil sonst eventuell rechte Gruppen auf den Plan treten so tun sie doch dann genau das was diese rechten Gruppen wollen, nämlich demokratische Grundwerte außer Kraft setzen.

24.03.2017 11:30 Möwe 51

Schade eigentlich...

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