Moschee-Plan in Erfurt-Marbach Kirchen kritisieren Protest mit Kreuzen

Die großen christlichen Kirchen in Thüringen haben im Streit um den Moscheebau in Erfurt-Marbach einen Missbrauch des Kreuzes als Kampfeszeichen kritisiert.

Holzkreuze in unmittelbarer Nähe des geplanten Moschee-Neubaus in Erfurt-Marbach.
Protestkreuze auf einem Grundstück in Erfurt-Marbach Bildrechte: MDR THÜRINGEN

In einer gemeinsamen Erklärung riefen die Bischöfe der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und des katholischen Bistums Erfurt, Ulrich Neymeyr zur Besonnenheit auf. Das Kreuz als Symbol des Christentums sei ein Zeichen der Gewaltlosigkeit, heißt es darin.

Zugleich begrüßten die Bischöfe den geplanten Moscheeneubau in Marbach. Das Grundgesetz sage klar, dass Religionsgemeinschaften das Recht auf freie Ausübung ihrer Religion haben, auch wenn sich das in der Architektur ausdrücke. "Wer die Religionsfreiheit infrage stellt, sollte sich fragen, ob er auf dem Boden unseres Grundgesetzes steht", so Junkermann und Neymeyer.

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will im Erfurter Ortsteil Marbach eine Moschee bauen. Auf einem Privatgrundstück neben dem geplanten Moschee-Standort wurden seit Anfang März sieben Holzkreuze aufgestellt - initiiert von einer Gruppe mit dem Namen "Bürger für Erfurt". Da es sich um ein Grundstück in Privatbesitz handelt, kann die Stadt nach eigenen Angaben nicht dagegen vorgehen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15.03.2017 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2017, 20:28 Uhr

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18 Kommentare

16.03.2017 12:04 Heinze 18

Die Kirchenvertreter sehen den Islam nur als Religion. Viel wichtiger ist es aber die politische Strategie des Islam zu beurteilen.

15.03.2017 22:26 Grosser.Klaus 17

@13
Linksgrüne was meinen sie damit?
Sicher meinten sie GROENLINKS die niederländische Partei, da kommentieren sie aber den falschen Artikel. Hier geht es nicht um die Wahlen in den Niederlanden.

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