Maria Groß
Köchin Maria Groß. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Streit um mögliche Hygieneverstöße Maria Groß schließt Restaurant "Bachstelze" für Laufkundschaft

Die Erfurter Köchin Maria Groß reagiert auf Vorwürfe, gegen Hygienevorschriften verstoßen zu haben. Deshalb reduziert sie ihr Angebot in ihrem Restaurant "Bachstelze" deutlich.

Maria Groß
Köchin Maria Groß. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wegen eines Streits um Hygieneverstöße schließt die Erfurter Köchin Maria Groß ihr Restaurant "Bachstelze" und den dazugehörigen Biergarten im Ortsteil Bischleben für Laufkundschaft. Groß schrieb in einer Pressemitteilung am Sonntag, sie wolle sich auf das Restaurantgeschäft mit Reservierung, auf Kochkurse und Gastkochevents konzentrieren. Das traditionelle Ausflugsgeschäft, das zudem sehr wetterabhängig sei, lasse sich wegen zahlreicher Auflagen und nicht zu erfüllenden Forderungen nicht kostendeckend betreiben. Mit dem Schritt gehe die Entlassung von einem festangestellten Mitarbeiter sowie von drei Aushilfen einher.

Darüber hinaus habe ich mich entschlossen das traditionelle Ausflugsgeschäft, heißt Laufkundschaft und Biergarten, endgültig einzustellen. Es tut uns zwar um die vielen Stammgäste, welche zu 80 % aus Erfurt und Umgebung stammen, mehr als leid, aber aufgrund der unzähligen Auflagen und nicht zu erfüllbaren Forderungen, kann ich dieses, zudem auch noch sehr wetterabhängige, Geschäft nicht kostendeckend betreiben

Köchin Maria Groß Pressemitteilung vom 16.12.2018

Auch als Erfurt-Botschafterin will Maria Groß nicht mehr agieren. Sie sieht sich durch den Streit nicht mehr in der Lage, die Landeshauptstadt authentisch und stolz zu vertreten. Außerdem gebe es schon länger Diskrepanzen.

Aufgrund der aktuellen Ereignisse und Veröffentlichungen der Stadtverwaltung Erfurt, in Bezug auf mein ortsansässiges Unternehmen Bachstelze, sowie meine Person, trete ich aufgrund des schwindenden Vertrauens in die Wirksamkeit rechtsstaatlicher Prozesse, mit sofortiger Wirkung als Erfurt Botschafterin zurück.

Köchin Maria Groß

Hintergrund für Ihre Reaktion ist ein Streit um mögliche Hygieneverstöße. Auf der Internetseite der Stadt waren vor wenigen Tagen lebensmittelrechtliche Hygienemängel öffentlich gemacht worden, die laut Groß bereits vor Wochen und sofort nach der Kontrolle behoben wurden. Eine Nachkontrolle habe keine Beanstandung ergeben. Die Köchin sieht sich als Opfer einer Kampagne.

Groß hatte im Erfurter Restaurant "Clara" im Kaisersaal vor fünf Jahren ihren ersten Michelin-Stern erkocht und danach auch als TV-Köchin bundesweit Karriere gemacht. Mit 34 Jahren war sie damals die jüngste Sterne-Köchin Deutschlands.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

In einem Gerichtssaal stehen Richter, Anwälte und Angeklagter. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Dezember 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2018, 10:12 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

47 Kommentare

19.12.2018 06:51 Grosser, Klaus 47

[..] Sie sollte lieber darüber informieren, was konkret die Mängel waren und wieso sie diese nicht beseitigt hat, denn es gab ja immerhin drei! Kontrollen.

Anm.d.Red.: Kommentar wegen nicht nachprüfbarer Behauptungen gekürzt.

18.12.2018 20:37 Mussmichjetztauchnochäussern 46

Wir haben mehrmals im Clara gegessen, immer top Essen und Service! Bachstelze: Essen sehr gut, aber der Lebensgefährte hat uns den ganzen Abend versaut!!! Ich könnte sicher 10 unverschämte Sachen aufzählen. Ich kenne nur Leute denen es ähnlich gegangen ist.

So weit ich weiß gibt es diese Liste der Lebensmittelüberwachung erst wenige Wochen, deshalb stehen dort auch wohl nur erst zwei Restaurants. Ich finde es unglaublich fortschrittlich, dass die Öffentlichkeit endlich mal informiert wird! Und ich meine das sollten wir alle zu schätzen wissen!!! Wer schon drei mal auffällig war und schon ein Bußgeld von 350€ (das ist viel in der Szene!) erhält, der hat wohl nicht korrekt (wahrscheinlich gesundheitlich bedenklich) gearbeitet. Und wirklich professionell vom Amt finde ich, dass dort keine Details öffentlich gemacht werden und die Schlammschlach nicht weiter befeuert wird.
Wenn Frau Groß sich nicht mehrmals öffentlich geäußert hätte, hätte es wohl nicht ganz Erfurt mitgekriegt.

Mehr aus Thüringen

In einem Gerichtssaal stehen Richter, Anwälte und Angeklagter. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK