Erfurt Bauantrag für Moschee eingereicht

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde hat den Bauantrag für ihre in Erfurt-Marbach geplante Moschee eingereicht. Der Bau werde bisher mit 600.000 Euro veranschlagt, teilte die Gemeinde am Montag mit. Weitere 150.000 Euro seien für den Grundstückskauf von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) nötig gewesen.

Zeichnung eines eingeschossigen Moscheebaus mit Kuppel von der Seite
Die geplante Moschee in der Außenansicht Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Zierminarett mit acht Meter Höhe geplant

Geplant sind demnach unverändert zwei Gebetsräume, eine im sogenannten Mischgebiet zulässige Wohnung für den Imam sowie ein acht Meter hohes Zier-Minarett, das nicht für den Gebetsruf genutzt werden soll. Zum Freitagsgebet erwarte die Gemeinde etwa 25 Gläubige. Anders als noch in der Bauvoranfrage soll es nun ein begrüntes Dach geben. Außerdem seien die neun Parkplätze nun auf dem Gelände geplant und nicht auf der Straße. Beginnen könnten die Arbeiten 2018.

Gemeinde hofft auf "Beruhigung"

Wenn der Bau erst einmal stehe, rechnete die Ahmadiyya-Gemeinde, die nach eigenen Angaben 73 Mitglieder hat, mit einer "Beruhigung und Akzeptanz", sagte Gemeindesprecher Suleman Malik. Ahmadiyya betreibt in Deutschland insgesamt 52 Gebetshäuser. In Ostdeutschland gibt es nicht nur Erfurt, sondern auch in Leipzig ein Moschee-Bauprojekte in der Planungsphasen.

Gegen die geplante Moschee hatte es auch lebhaften Widerstand gegeben. Zuletzt hatten Gegner als Zeichen des Protestes elf Holzkreuze auf einem Nachbargrundstück aufgestellt. Nach einiger Zeit forderte der Grundstückeigentümer, sie zu entfernen. Als dies nicht geschah, wurden die Kreuze entfernt. Kritik an der Aktion hatten unter anderem die beiden großen christlichen Kirchen geäußert und von einem Missbrauch des Kreuz-Symbols gesprochen.

Die Thüringer AfD kritisierte den geplanten Moschee-Bau erneut. Die Ahmadiyya-Gemeinde wolle über die Köpfe der Bürger hinweg Fakten schaffen, sagte Landeschef Björn Höcke. Martina Renner von der Linksfraktion erklärte, das Grundgesetz garantiere das Recht auf Religionsfreiheit und - ausübung. Das sei universell und könne nicht nach Belieben aberkannt werden. Besonders nach den illegal aufgestellten Holzkreuzen auf dem Grundstück nahe dem geplanten Bau sei es begrüßenswert, dass sich die Stadt Erfurt nicht von dieser Aktion und ähnlichem erpressen lasse.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03.04.2017 | 19:00 Uhr
MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 03.04.2017 | ab 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. April 2017, 18:34 Uhr

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68 Kommentare

05.04.2017 12:46 Eulenspiegel 68

Es gibt formalrechtlich keinen Grund diesen Bauantrag zu genehmigen. Damit wird diese Moschee auch gebaut. Ja und wenn die Moschee erst fertig ist dann wird es ein großes Fest geben. Da können dann alle hin kommen und sich diese Gemeinde anschauen und kennen lernen. Es wird sicher auch gelegentlich eine interessante Zusammenarbeit mit den beiden Kirchen geben. Ich denke diese Gemeinde will ja in die Öffentlichkeit.

05.04.2017 11:58 I. Maier 67

@ 65 Wolfgang: Nachtrag
Ich bin in der DDR geboren. Bitte versuchen Sie keinen Kulturkreis zuzuordnen. Das geht eben nicht. Es sei, Sie zählen pauschal die DDR schon zu Deutschland obwohl es international anerkannt 2 deutsche Staaten gab. Noch schlimmer wird die Kulturkreistheorie auf Amerika angewendet. Da vernachlässigt man die Ureinwohner. Der eigentliche Kulturkreis gehört nicht mehr zur Kultur. Spitzentheorie. Es wird die Ausgrenzung eines Volkes gerechtfertigt! Es gibt sicher noch mehr Gründe, dieser Theorie kritisch gegenüberzustehen. Die Anwendung jetzt durch rechte Kräfte auf die Ablehnung des Islam als Religion im Rahmen der Religionsfreiheit nach GG ist dann nur der Anfang, unliebsame Gegner in ihrer Freiheit zu beschränken. Sicher gehöre ich als Atheist dann auch zu denen, die nach Kulturkreislehre im Abendland abgelehnt werden. Da kämpfe ich lieber um den Erhalt des GG's und die Einhaltung der einzelnen Artikel.

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