Gotha Einwände gegen Starkstromtrasse in West-Thüringen

In Gotha haben Kommunen, Behörden und Verbände ihre Bedenken zur geplanten Starkstrom-Trasse "Suedlink" vorgebracht. Bei einer sogenannten Antragskonferenz forderte ein Vertreter des Thüringer Infrastrukturministeriums erneut, den Korridor weiter westlich zu verlegen. Die aktuelle Vorzugsvariante durch Westthüringen verstoße gegen das Gebot der Gradlinigkeit. Das Land hat deshalb der Bundesnetzagentur einen eigenen Vorschlag unterbreitet.

Kommunen wollen keine weiteren Belastungen

Vertreter von Kommunen wiesen darauf hin, dass das Erdkabel bedeutende Naturräume zerschneide und Entwicklungschancen beeinträchtige. Die Menschen seien ohnehin schon stark belastet durch Autobahn, ICE-Strecke, Strom- und Gasleitungen, sagten die Bürgermeisterin von Gerstungen, Sylvia Hartung, und der Eisenacher Bürgermeister und Baudezernent Uwe Möller. Der Thüringer Waldbesitzerverband befürchtet, dass für die Trasse größere Waldflächen gerodet werden müssen.

Bundesnetzagentur: Verfahren steht erst am Anfang

Vertreter der Bundesnetzagentur betonten, das Planungsverfahren stehe erst am Anfang. Bei den Antragskonferenzen würden in den Regionen Informationen gesammelt, um herauszufinden, welche Unterlagen die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW noch vorlegen müssten. In Gotha und in weiteren Konferenzen in Osterode und Bad Hersfeld geht es um den Abschnitt C der geplanten Trasse zwischen dem thüringischen Gerstungen und Bad Gandersheim/Seesen in Niedersachsen.

Die Stromtrasse Suedlink soll die "Hauptschlagader" der Energiewende werden und Windstrom nach Süddeutschland bringen. Bis 2022 werden dort die verbliebenen Kernkraftwerke endgültig vom Netz gehen. Die Inbetriebnahme von Suedlink ist ab dem Jahr 2025 vorgesehen. Wo die Trassen gebaut werden, wird etwa 2020/21 feststehen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: THÜRINGEN JOURNAL | 30.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2017, 22:18 Uhr

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