Landgericht Erfurt Spielothek-Prozess - Fünfter Tag und keine Anklage

Der Mafia-Prozess um eine Schießerei vor einer Spielhalle in Erfurt kommt weiterhin nicht voran. Auch am fünften Verhandlungstag ist die Anklage im Landgericht Erfurt nicht verlesen worden.

Verteidiger wollen zunächst Tausende Telefonmitschnitte auswerten

Mehrere Polizisten in dunkler Kleidung mit der Aufschrift "Polizei" auf dem Rücken sehen zu, wie zwei ihrer Kollegen einen Mann durchsuchen, der mit dem Gesicht nach vorne an einer Wand lehnt.
Bild vom Prozessauftakt Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Am Dienstag stellten die Verteidiger der zehn Angeklagten erneut Anträge, das Verfahren auszusetzen. Zudem wurde über die Befangenheit der Richter gestritten. Der Verhandlungstag wurde durch den Vorsitzenden Richter Markus von Hagen insgesamt vier Stunden lang unterbrochen. Hauptstreitpunkt ist weiterhin die umfassende Einsicht in rund 44.000 Telefonmitschnitte, die das Landeskriminalamt im vergangen Sommer nach dem Vorfall an der Spielhalle abgehört hatte. Bisher sei nur ein Bruchteil der Telefonate in den Verfahrensakten zu finden, so die Anwälte. Um ihre Mandanten ausreichend verteidigen zu können. benötige sie aber alle Mitschnitte. Die Auswertung dieses Materials würde rund drei Monate dauern, so die Verteidigung. Anträge auf Entlassung aus der Untersuchungshaft für zwei Angeklagte wurden durch Gericht und Staatsanwaltschaft abgelehnt.

Eklat um einen Umschlag

Zum Ende des Prozesstages kam es noch zu einem Eklat zwischen einem Anwalt und dem Vorsitzenden Richter. Dieser hatte verfügt, dass eingesetzte Polizeibeamte in einen Umschlag schauen durften, den der Anwalt seinem Mandanten im Gerichtssaal mit in die Justizvollzugsanstalt geben wollte. Der Verteidiger beschwerte sich lautstark bei Richter von Hagen, weil er einen unzulässigen Eingriff in das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Mandant sah.

Möglicher Streit zwischen Mafia-Gruppen

In der kommenden Woche soll der Prozess mit dem sechsten Verhandlungstag fortgesetzt werden. Richter von Hagen hat das Verfahren bis Ende des Jahres terminiert. Den zehn Angeklagten wird vorgeworfen im vergangenen Juli bei einer Schießerei in und vor einer Spielothek im Erfurter Norden einen Menschen schwer und einen leicht verletzt zu haben. Zwei Männer sind wegen versuchten Totschlags und die anderen wegen Bildung einer bewaffneten Gruppe angeklagt. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN gehen die Fahnder von einem Streit zwischen einer armenischen und tschetschenischen Mafiagruppe aus. 

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1 Kommentar

10.06.2015 08:50 Wie... 1

keine Anklage? Super, lasst die Nicht-Immigritierten ruhig weiter machen...kein Wunder, dass die sich hier Alles trauen.