Aus Naturschutzgründen Rechtsrock-Konzert in Themar verboten

Das Landratsamt Hildburghausen hat das für den 8. und 9. Juni angemeldete Rechtsrockkonzert in Themar aus Naturschutzgründen verboten. Das Amt beruft sich auf Paragraf 44, Abs. 1 Nr. 2 des Bundesnaturschutzgesetzes. Danach ist es verboten, wild lebende Tiere streng geschützter Arten und europäische Vogelarten während der Fortpflanzungs- oder Aufzuchtzeiten erheblich zu stören. "Eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert", heißt es in einer Mitteilung der Behörde von Montagmittag.

Luftaufnahme Rechtsrockfestival Themar
Luftaufnahme des Rechts-Rockkonzertes in Themar 2017. Bildrechte: Landespolizeidirektion Erfurt

Landrat Thomas Müller (CDU) sagte MDR THÜRINGEN, bei den Vogelarten handele es sich um das Blaukehlchen, die Bekassine, den Uhu und den Wanderfalken. Diese Vögel brüteten im Schilf unmittelbar an der Konzert-Wiese und in einem Gesteinshaufen in der Nähe. Nach Müllers Angaben kann der Veranstalter gegen die Entscheidung gerichtlich vorgehen. Der hat inzwischen angekündigt, vor allen Verwaltungsgerichtsinstanzen gegen den Bescheid vorgehen zu wollen. Sollte das Verbot jedoch Bestand haben, wolle man auf ein anderes Grundstück im Landkreis Hildburghausen, heißt es auf einer Internetseite der Veranstalter.

Thüringen hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum für Konzerte mit rechtsextremistischem Hintergrund entwickelt. Insgesamt wurden in dem Freistaat im vorigen Jahr 59 derartige Veranstaltungen registriert, fünf mehr als 2016. Allein in Themar hatten sich dabei im vergangenen Jahr rund 6.000 Rechtsextreme versammelt. Mittlerweile gibt es, statistisch gesehen, mindestens eine Rechtsrock-Musikveranstaltung in Thüringen pro Woche.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 19. März 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2018, 19:06 Uhr

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130 Kommentare

21.03.2018 16:51 martin 130

@128 Schnellschnitt: Nun ja, dann würde aus Steuergeldern ein "Rechtsrock-Veranstalter-freundlicher" Eigentümer auch noch mit irgendeinem utopischen Preis belohnt. Zum normalen Verkehrswert würde der die Wiese doch definitiv nicht verkaufen. Und die Party würde zwei oder drei Grundstücke weiter stattfinden.

21.03.2018 16:48 Steffen GM 129

Schön, dass die Vögel nun in Ruhe brüten können.

Damit sich dieses hysterische „Sieg Heil“ – Geschreie vom letzten Jahr nicht irgendwann dort wiederholt, sollte man Schilder aufstellen auf denen steht: „Vögel hitlern verboten!“

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