Pfefferminzbahn Blick vom Führerstand der Lok bei der Ankunft in Sömmerda
Ankunft in Sömmerda mit der Pfefferminzbahn. Bildrechte: MDR/Markus Wetterauer

Bahn zwischen Großheringen und Buttstädt Pfefferminzbahn steht mindestens zehn Jahre still

Steht ein Teil der Pfefferminzbahn vor dem endgültigen Aus? Während die CDU kaum Hoffnung sieht, kann sich die Landesregierung eine Reaktivierung im Zuge des IC-Knotens Jena vorstellen - allerdings erst in zehn Jahren.

Pfefferminzbahn Blick vom Führerstand der Lok bei der Ankunft in Sömmerda
Ankunft in Sömmerda mit der Pfefferminzbahn. Bildrechte: MDR/Markus Wetterauer

In der Thüringer Landespolitik wird weiter über die Zukunft der Pfefferminzbahn im Landkreis Sömmerda gestritten. Der Vorsitzende des Petitionsausschusses im Landtag, Michael Heym (CDU), geht davon aus, dass das langfristige Aus für das Teilstück zwischen Großheringen und Buttstädt besiegelt ist. Währenddessen gibt es laut Landesregierung noch Hoffnung. Der Staatssekretär im Infrastrukturministerium, Klaus Sühl (Linke), sagte, das Land arbeite derzeit daran, einen sogenannten IC-Knoten Jena zu schaffen. Dadurch eröffneten sich neue Chancen für die Pfefferminzbahn. Das sei aber noch Zukunftsmusik.

Heym: Kein Geld für das Teilstück im Landeshaushalt

Menschen in einer Traube diskutieren auf einem Platz
Mitglieder der Bürgerinitiative diskutieren im Oktober 2017 vor dem Landtag über die Zukunft der Pfefferminzbahn. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Für die nächsten Jahre sieht es für die Verbindung somit schlecht aus. CDU-Politiker Heym sagte, die Signale der Landesregierung seien eindeutig. Würde Rot-Rot-Grün wirklich an dem Teilstück festhalten wollen, dann hätte die Regierung dafür Geld in den Landeshaushalt eingestellt. Das aber sei nicht passiert. Heym geht davon aus, dass die Bahn so bald nicht mehr zwischen Großheringen und Buttstädt fahren wird.

Die Pfefferminzbahn ist derzeit Thema im Petitionsausschuss des Landtags. Die Arbeit des Ausschusses sei noch nicht abgeschlossen, so Heym. Noch werde ausgewertet, was eine Bürgerinitiative bei der öffentlichen Anhörung vorgetragen hat. Die Bürgerinitiative kämpft gegen das Aus der Strecke. "Wir bleiben am Ball und geben nicht auf", versicherte deren Sprecherin Eva-Maria Jung.

Sühl: Ab 2025 könne man sich Gedanken machen

Staatssekretär Sühl sagte MDR THÜRINGEN am Montag, dass der IC-Knoten Jena ungefähr im Jahr 2028 funktionieren werde. Ziel sei dabei auch, den Nahverkehr passend an die Saalestadt anzubinden. Ab etwa 2025 könne deshalb über eine Reaktivierung der Pfefferminzbahn zwischen Buttstädt und Großheringen nachgedacht werden. Sühl räumte ein, dass sich der Betrieb der Teilstrecke derzeit nicht lohne.

Seit Fahrplanwechsel im Dezember rollen auf dem Teilstück Großheringen- Buttstädt keine Personenzüge mehr -"aufgrund der geringen Nachfrage", wie es heißt. Die Strecke gilt als unrentabel. Auf dem Abschnitt sei pro Tag weniger als ein Dutzend Menschen unterwegs. Das rechtfertige nicht die hohen Kosten, die eine Bestellung der Strecke verursachten, so Sühl.

Die Pfefferminzbahn Die Pfefferminzbahn fuhr bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 zwischen Sömmerda und Großheringen. Den Namen trägt die Verbindung, weil hier vor allem rund um Kölleda und Buttstädt früher Kräuter angebaut und per Bahn transportiert wurden. Die 1874 eröffnete Bahn war eine Lebensader für die Region.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 05. Februar 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2018, 18:50 Uhr

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22 Kommentare

07.02.2018 17:59 Steuerzahler 22

Dann noch ein Nachtrag zum Thema Gerechtigkeit: Für Erfurt schwärmen die Sozialisten jetzt vom kostenfreien öffentlichen Personennahverkehr und auf dem Land ziehen die gleichen Leute den Stecker! Ist das gerecht?

06.02.2018 14:49 Steuerzahler 21

@21: Das stillgelegte Bahnstrecken nicht wieder reaktiviert werden ist so nicht ganz zutreffend. Vornehmlich in den alten Ländern werden wieder zunehmend Nebenstrecken wieder in Betrieb genommen, teilweise sogar neue Gleise verlegt. O.K. sicher in dort in den 70er und 80er Jahren mehr Stecken stillgelegt worden als zu DDR-Zeiten, muss man jedoch jeden Fehler nachmachen?

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