In einer Bäckerei fertigen zwei Männer verschiedene Backwaren.
Jeden Tag muss Paul Süpke üben. Und sein Vater schaut ihm dabei genau auf die Finger. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Handwerk Bester Nachwuchsbäcker Thüringens beim Bundesausscheid

Wer ist der beste Nachwuchsbäcker Deutschlands? Das wird sich bald herausstellen, denn ab Samstag messen sich die Besten beim Bundesausscheid an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim. Am Dienstag werden die Sieger gekürt. Für Thüringen tritt Paul Süpke aus Schlossvippach an.

Autorenbild Grit Hasselmann
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

von Grit Hasselmann

In einer Bäckerei fertigen zwei Männer verschiedene Backwaren.
Jeden Tag muss Paul Süpke üben. Und sein Vater schaut ihm dabei genau auf die Finger. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Wenn es sowas wie ein Bäcker-Gen gibt, dann hat Paul Süpke das auf jeden Fall! Er wurde in eine Bäckerfamilie hineingeboren, schon als Kind verbrachte er viele Stunden mit seinem Vater in der Backstube. Doch dann, mit 15, hat er es sich plötzlich anders überlegt. Aber an den berüchtigten Bäcker-Arbeitszeiten lag es nicht, sagt Paul Süpke: "Nein, mit dem frühen Aufstehen habe ich kein Problem. Ich gehe dann einfach früher ins Bett. Andere haben schlimmere Arbeitszeiten."

Der Grund war eher, dass ihm die Arbeit als Bäcker damals zu hart schien. Studieren wollte er stattdessen. Und seine Eltern haben seine Entscheidung akzeptiert. Aber nach dem Abitur hat er dann ein paar Wochen bei seinem Vater im Betrieb ausgeholfen und das hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er doch eine Bäcker-Lehre angefangen hat. Und die hat er dann auch als Jahrgangsbester abgeschlossen. Im September gewann er dann sogar die Thüringer Meisterschaft der Jugend im Bäckerhandwerk. Und sofort danach wurde weiter trainiert. Erst an der "Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen" und dann bei seinem Vater im Betrieb.

Vorteile im Familienbetrieb?

Den eigenen Vater als Chef und Trainer zu haben, findet Paul großartig: "Wir können ganz offen miteinander reden. Bei einem anderen Chef muss man ja manchmal vorsichtig sein und durch die Blume reden. Bei meinem Vater nicht. Und wir können auch zu Hause Fachliches austauschen und mal schnell was ausprobieren." Bevorzugt wird er im Betrieb allerdings nicht.

Paul Süpke aus Schloßvippach backt für Bundeswettbewerb

Blick in Bäckerei
Paul Süpke ist 22 Jahre alt und der beste Jungbäcker Thüringens. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Blick in Bäckerei
Paul Süpke ist 22 Jahre alt und der beste Jungbäcker Thüringens. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Mann in Bäckerei liest Rezept
Jeden Tag muss Paul Süpke lernen und üben. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
In einer Bäckerei wird mit Teig gearbeitet.
Blätterteig macht Paul Süpke gern. Am liebsten allerdings Croissants. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Mann säubert Knetmaschine
Auch Putzen gehört zur Arbeit. Paul hat damit allerdings kein Problem. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
In einer Bäckerei werden verschiedene Backwaren geformt.
Beim Flechten der Zöpfe muss man sich konzentrieren. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
In einer Bäckerei fertigen zwei Männer verschiedene Backwaren.
Aber nach ein paar Jahren geht es wie von selbst, sagt Vater Süpke. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Teigklumpen und Teigzöpfe
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Jetzt müssen die Hefezöpfe erst mal ruhen, dann werden sie gebacken. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Zwei Männer arbeiten in Bäckerei
Den größten Teil des Handwerks lernt man vom Zuschauen, sagt Wolfgang Süpke. Und Paul nutzt die Erfahrung seines Vater gern. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Rezept Brötchenteig
Auch die Arbeitsmappe zu erstellen, war Teil des Wettbewerbs. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Mann in Bäckerei wiegt Mehl ab
Egal, wie groß die Waage ist, die Zutaten müssen aufs Gramm genau stimmen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Mann füllt Knetmaschine
Das Kneten übernehmen bei Süpkes Maschinen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Blick in Bäckerei
Die Füllung aus Buttercreme und Pudding muss sauber in die Schillerlocken. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Mann formt Zopf aus Teig
Einen Zopf aus fünf Strängen zu flechten, ist besonders knifflig. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Zwei Männer an einer Maschine in einer Bäckerei
Auch wenn der Vater der Chef ist: Paul Süpke fühlt sich wohl im Familienbetrieb. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 16. November 2019 | 06:00 Uhr

Bundesausscheid in Weinheim

Jetzt vertritt Paul also Thüringen beim Bundesausscheid der Nachwuchsbäcker. Der findet von Samstag bis Dienstag in Weinheim statt. Und um dort gegen die besten Bäcker aus ganz Deutschland zu bestehen, muss der 22-Jährige in jeder freien Minute lernen und üben. Brötchen, Kekse, Schillerlocken. Dabei mag er die Konditorei so gar nicht: "Für mich als Bäcker macht eine Torte zum Beispiel nicht wirklich Spaß. Das überlasse ich eigentlich lieber den Konditorinnen. Die können das sowieso besser."

Richtig gerne bäckt er dagegen Croissants. Die muss man können, man braucht Fingerspitzengefühl. Gemacht werden sie aus einer Art Blätterteig, nur mit Hefe. Für die Weihnachtsplätzchen sieht es in diesem Jahr dagegen schlecht aus: "Wenn ich jetzt als Bäcker arbeite und dann noch jede freie Minute übe, dann will ich zu Hause mal abschalten. Da werde ich dann ganz sicher nicht noch Plätzchen backen!"

Apropos: Weil er jetzt einmal so richtig drin ist im Lernen und Trainieren will Paul ab Januar auch gleich noch seinen Meister machen. Denn schließlich soll er später mal Papas Betrieb übernehmen. Und der ist richtig stolz auf seinen Lehrling. Egal, ob er in Weinheim gewinnt oder nicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 16. November 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 12:08 Uhr

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