Kinderbetreuung Holpriger Kita-Neustart: Bürgermeister richten Hilferuf an Land

Kindergärten in Thüringen dürfen seit diesem Montag in den eingeschränkten Regelbetrieb starten. Doch viele Kommunen können die Hygiene-Auflagen in der Corona-Krise noch nicht erfüllen. Eine Landgemeinde und drei Städte aus dem Landkreis Sömmerda fordern konkrete Handlungsanweisungen vom Land.

Ein Kind guckt aus einem Bauwagen
Endlich wieder mit Freunden im Kindergarten spielen - darauf müssen viele Jungen und Mädchen weiterhin warten. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/ Uwe Kelm

Mehrere Bürgermeister aus dem Landkreis Sömmerda haben angesichts der Probleme beim Neustart der Kindergärten einen Hilferuf an die Landesregierung gerichtet.

In einem Offenem Brief an Ministerpräsident Bodo Ramelow, Gesundheitsministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter bitten die Bürgermeister von Sömmerda, Rastenberg, Kölleda und Buttstädt um eine Überarbeitung der derzeitigen Vorgaben. Konkret geht es um die Maßgaben des Landes für den Einstieg in den eingeschränkten Kita-Regelbetrieb.

"Für uns als Kommunen ist es unter den vorgegebenen Auflagen ein nicht zu leistender Spagat, den geforderten Gesundheitsschutz für die Kinder sowie die Erzieherinnen und Erzieher zu berücksichtigen und zugleich den Bedürfnissen der Eltern nach einer adäquaten Betreuung ihrer Kinder zu entsprechen", heißt es in dem Brief.

Ein Mann mit Mundschutz sitzt an einem Schreibtisch, dahinter zwei Männer und eine Frau
Den Brief unterzeichnet haben Christian Karl, 1. Beigeordneter von Sömmerda, in Vertretung von Bürgermeister Ralf Hauboldt, Beatrix Winter, Bürgermeisterin von Rastenberg, Lutz Riedel, Bürgermeister von Kölleda, und Hendrik Blose, Bürgermeister der Landgemeinde Buttstädt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bitte um konkrete Handlungsanweisungen

Die Betreuung entsprechend den Anforderungen bezüglich Infektionsschutz, Hygiene, Flächenbereitstellung und damit verändertem Personaleinsatz sei ein Wechselmodell, das "mehr als schwierig zu händeln" sei. "Eltern können ihre berufliche Tätigkeit nicht vollumfänglich wieder aufnehmen und die pädagogische Arbeit - so viel ist abzusehen - wird unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen noch schwieriger als sie es ohnehin seit Beginn der Corona-Krise bereits ist".

Vor diesem Hintergrund bitten die unterzeichnenden Bürgermeister darum, die aktuellen Vorgaben im Kita-Bereich zu überarbeiten und den Kommunen konkrete Handlungsanweisungen im Sinne einer besseren Betreuung in den Kindereinrichtungen an die Hand zu geben. Zugleich verweisen sie darauf, dass es "seitens des Landes bislang keine Regelung zur Rückerstattung der von den Kommunen in der Schließzeit der Kitas nicht erhobenen Elternbeiträge gibt". Für die Kommunen stelle dies einen weiteren Unsicherheitsfaktor dar.

Eine junge Mutter bekommt Mittagsmahlzeiten in Dosen 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 18.05.2020 19:00Uhr 01:58 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. Mai 2020 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Holger vor 21 Wochen

an sorglos@: Was soll Ihre Frage nach bewusster Kappung aller sozialen Kontakte von Kindern? Ihr Vergleich der Kita- Hygieneregeln mit dem Verhalten der Kinder auf Spielplätzen und im Freundeskreis hinkt gewaltig! Denn auch auf Spielplätzen und Anderswo gilt die Abstandsregelung!!! Ob das nun auch praktiziert wird steht auf einem anderen Papier. Hier sind in erster Linie die Eltern gefordert.
Wir scheinen heute in D in einer Welt zu leben, welche immer mehr von Gejammere, Beschwerden und Proteste gegen Coronaregeln geprägt ist. Wer logisch mitdenkt dem muss doch klar sein, dass dieses sehr gefährliche Virus noch lange Zeit nicht ausgerottet sein wird. Wir leben auch den Rest des Jahres mit dieser Pandemie. Immer mehr unverantwortliche Zeitgenossen meinen die Pandemie wäre ausgestanden und die Maskenpflicht gehöre abgeschafft. Die gleichen Leute möchte ich mal sehen, wenn sie den ersten intensiven Coronafall in der Familie oder engsten Freundeskreis erleben!!!

mattotaupa vor 21 Wochen

"Warum" es gibt einen potentiell tödlichen virus, welcher alle altersgruppen befallen kann, gegen den es keine erwiesenermaßen wirksame medizin gibt. es soll vermieden werden, daß sich dieser virus unkontrolliert verbreitet. "Kinder, die auf dem Spielplatz, im Freundeskreis etc. zusammen sind" bereits hier wurden regeln verletzt. auch auf spielplätzen gilt abstandsgebot. die tatsache, daß sich die wenigsten im privaten umfeld daran halten heißt nicht, daß die versicherung der kindergärten eventuelle folgen anstandslos zahlt. ... persönlich finde ich eine hier vor ort angedachte teilbetreuung für maximal 8 stunden irrsinnig, wenn man neben den kinern von arbeitslosen und teilzeitbeschäftigten auch die kinder der vollzeitbeschäftigten betreuen möchte. " sollen soziale Kontakte bewußt gekappt werden?" ja sicher doch ... die echsenmenschen wollen unsere kinder alle zu sozialen krüppeln machen, sichert deren herrschaft, wenn sie über die eisberge am rande der erdscheibe kommen ... omg

sorglos vor 22 Wochen

Unbeschwerte Kindheit war gestern. Was wir unseren Kinder antun mti den "Hygieneregeln", werden wir in wenigen Jahren merken. Psychische Schäden der Kinder sind jetzt schon sichtbar. Warum "dürfen" Kinder, die auf dem Spielplatz, im Freundeskreis etc. zusammen sind, plötzlich nur unter "Hygieneregeln" in die Kita? Ich stelle bewußt die Frage: sollen soziale Kontakte bewußt gekappt werden?

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