Ausweichstrecken wurden nicht genehmigt Schwerlasttransport steht immer noch in Andisleben

17 Stunden steckte das Fahrzeug fest, jetzt darf es nicht weiterfahren. Wie Polizei und Landesverwaltungsamt mitteilten, sind alternative Routen nach Aken in Sachsen-Anhalt geplatzt. Die Vorschläge der Spedition wurden allesamt abgelehnt. Wann es weitergeht, ist unklar.

Schwerlasttransporter steht auf einer Straße
Der Schwerlasttransporter steht immer noch bei Andisleben auf einer Straße Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu schmal, zu niedrig oder der Untergrund zu schwach: keine der bislang vorgeschlagenen Ausweichrouten scheint zu passen. Der Spediteur hat inzwischen nachgebessert. In seinen neuen Anträgen auf Weiterfahrt ist der Laster nicht mehr 4,80 Meter sondern 4,88 Meter hoch - entscheidende acht Zentimeter, die im ersten Anlauf zum Verhängnis wurden. Dennoch darf der 180-Tonnen-Koloss nicht weiterfahren.

Am Donnerstagmittag zog das Landratsamt in Sömmerda seine Kritik am in Andisleben steckengebliebenen Schwerlasttransport zurück. Entgegen einer ersten Aussage habe das zuständige Fachamt doch der gefahrenen Route zugestimmt. Offenbar habe das Amt im Antrag die geplante Nebenstrecke über die Kreisstraße K18 übersehen, so eine Sprecherin zu MDR THÜRINGEN. Das Landratsamt sei um Freigabe der Schwerlastroute gebeten worden. Den Transport durch Andisleben hatte das Amt, kurz nachdem das Fahrzeug steckenblieb, noch "unverantworlich" genannt.

Streckenverlauf war doch genehmigt

Auch andere Kreise und Städte seien vor dem Transport angehört worden. Keiner, so das Thüringer Landesverwaltungsamt, habe Bedenken geäußert. Damit ist der Schwerlasttransport nicht von einer genehmigten Route abgewichen. Das Landesverwaltungsamt hat die Anfragen aller am Transport Beteiligten gebündelt und diese an den Landkreis Mettmann geschickt. Dennoch war die Ladung des Transports größer als angegeben. Derzeit wird eine neue Strecke gesucht.

Der Anhänger eines Schwerlasttransporters steht an einem Haus
Für den 44 Meter langen Transporter war die Doppekurve wohl zu eng. Allerdings hatten Fahrer und Begleitteam erschwerte Bedingungen: Sie waren im Dunkeln unterwegs. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann TV

Am Dienstagmorgen ist in Andisleben ein 44 Meter langer Schwerlasttransport in einer engen Kurve steckengeblieben. Nachdem der Transport am Dienstagabend milimetergenau aus der Engstelle manövriert wurde, hat die Polizei die Weiterfahrt untersagt, weil er auf der Ausweichstrecke nicht unter einer Brücke durchgepasst hätte. Der Transport war in Arnstadt gestartet und auf dem Weg zum Elbhafen nach Aken.

Die geplante Route des Schwertransports

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 08. Februar 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2018, 18:47 Uhr

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15 Kommentare

10.02.2018 16:15 maheba1 15

Es sollten solche riesigen Transportgüter eben dort produziert werden wo diese auch benötigt werden. Ist doch Irrsinn dann diese Transporte durchzuführen. Diese wären nur für Fälle wo es keine andere Möglichkeit gibt sinnvoll.
Übrigens geht die Route auch über Bahnübergänge. Meines Wissens nach sind die die automatischen Anlagen nicht für solche überlangen und sehr langsam fahrenden Fahrzeuge berechnet. Die Räumzeit ist viel zu lang. Hoffentlich hat sich die genehmigende Behörde mit der Bahn abgestimmt.

09.02.2018 10:42 Steuerzahler 14

@3: Es ist zwar schwierig zu verstehen, was Sie sagen wollen - vielleicht beim nächsten mal einfach weniger Fehler reinklimpern - doch offenbar wollen Sie von einem neuerlichen Versäumnis von R2G ablenken. Die Zuständige Behörde ist und bleibt das Landesverwaltungsamt - andere Ämter haben ausschließlich zugearbeitet. Und wer leitet dieses Landesverwaltungsamt? Genau, ein ehemaliger SPD-Landrat. Noch Fragen?

Der Anhänger eines Schwerlasttransporters steht an einem Haus
Für den 44 Meter langen Transporter war die Doppekurve wohl zu eng. Allerdings hatten Fahrer und Begleitteam erschwerte Bedingungen: Sie waren im Dunkeln unterwegs. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann TV

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