Verdacht auf Steuerhinterziehung Finanzamt kontrolliert Restaurants in Erfurt und Weimar

Das Finanzamt Gotha hat am Mittwochmorgen vier vietnamesische Restaurants in Erfurt und Weimar kontrolliert. Die Finanzbeamten wurden dabei von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN geht das Finanzamt dem Verdacht der Steuerhinterziehung nach. Dabei soll es um einen hohen fünfstelligen Betrag gehen. Kontrolliert wurden die Unterlagen der Restaurants und in einem Fall auch eine Luxuslimousine. Betroffen waren drei Gaststätten in Erfurt und eine in Weimar. Weder das Finanzamt Gotha, noch das zuständige Finanzministerium wollten sich mit Verweis auf das Steuergeheimnis zu den Kontrollen äußern.

Erst vor wenigen Wochen waren asiatische Restaurants ins Visier der Ermittler geraten. Dabei ging es um gefälschte Kassensysteme. Im Verfahren um manipulierte Registrierkassen vor dem Landgericht Osnabrück führte auch eine Spur nach Thüringen. Laut Staatsanwaltschaft Oldenburg (Niedersachsen) stehen mehrere Betreiber von Asia-Restaurants auf der Kundenliste der Angeklagten, die Kassen mit ein- und ausschaltbaren Manipulationssoftware vertrieben haben. Dadurch soll es möglich gewesen sein, Umsätze im Nachhinein unbemerkt zu stornieren. Ob die Durchsuchungen am heutigen Mittwoch im Zusammenhang mit dem Verfahren in Oldenburg stehen, ist bislang unklar.

Beamte steigen aus einem Auto vor einem Erfurter Restaurant
Beamte der Polizei steigen aus einem Auto vor einem Erfurter Restaurant. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Juni 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 18:30 Uhr

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6 Kommentare

14.06.2019 00:54 part 6

@Martin, also versickert jenes Geld nicht in Steurparadiesen, wo es der anteilmäßigen Vergesellschaftung auf immer und Sankt Nimmerleinstag entzogen ist, sondern fließt ein in einen Wirtschaftskreislauf, den Geld eigentlich nehmen sollte. Das Prekäre dabei leider, das es aus Drogengeschäften und Schutzgelderpressung stammt, vergleichbar mit legalen Wirtschaftszweigen.

13.06.2019 14:01 martin 5

@3 nachdenker: Der "organisierte Teil" der Italiener hinterzieht hier ja keine Steuern, sondern investiert (in Geldwaschmaschinen). Die Truppe möchte ja (steuer-)strafrechtlich nicht in Erscheinung treten. Vielleicht wirkt nach, dass ja auch Al Capone "nur" wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter gekommen ist ....

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