Prozess vor Landgericht Gera Angeklagter soll Schuld im Mordfall "Stephanie" eingeräumt haben

Vor dem Landgericht Gera ist am Donnerstag der Prozess um den Mord an der damals zehnjährigen Stephanie aus Weimar fortgesetzt worden. Dabei wurde dem Gericht eine Videoaufnahme des Verhörs mit dem mutmaßlichen Mörder unmittelbar nach dessen Verhaftung gezeigt. So soll der Angeklagte zunächst in seiner rund dreistündigen Befragung widersprüchliche Angaben gemacht haben. Einerseits gab er an, er habe das Kind im August 1991 in der Nähe der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 ausgesetzt.

Dann wieder erzählte er, er habe das Mädchen auf der Brücke auf eine Leitplanke gesetzt, von wo sie möglicherweise "weggekippt" sei. "Ich hab sie aber nicht geschubst", sagte der heute 66-Jährige nach seiner Verhaftung im März 2018 in Berlin. In einer dritten Version wiederum meinte er, er habe das Kind abgelegt, es an das Geländer gedrückt und sei zu seinem Auto zurückgegangen. Als er sich Sekunden später umgedreht habe, sei das Mädchen fort gewesen.

Kriminalhauptkommissar sagt aus

Stephanie D. aus Weimar
Die damals zehnjährige Stephanie D. aus Weimar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Kriminalhauptkommissar sagte aus, dass der mutmaßliche 66-jährige Mörder in seiner ersten Vernehmung im März 2018 die Schuld am Tod des Mädchens eingeräumt habe. An der Brücke habe er den Mann gefragt, an welcher Stelle er Stephanie in den Tod gestoßen habe. Zwar habe der Beschuldigte weinend den Ort bezeichnet. Ob er damit den Stoß zugegeben hatte, wurde jedoch von seinem Verteidiger bezweifelt.

Im weiteren Verlauf des Verhörs sagte der Mann, er sei schuld am Tod des Mädchens. Er habe aber nicht beabsichtigt, ein Kind zu töten. Es habe sich möglicherweise um einen Unfall gehandelt. Bei der Vorführung beim Haftrichter soll er gesagt haben: "Ich habe das Kind auf dem Gewissen." Diese Aussage wurde jedoch nicht protokolliert. Später habe er dann eingeräumt, dass er schuld am Tod des Mädchens sei. Offen blieb allerdings, ob er das Kind im Jahr 1991 tatsächlich von der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 gestoßen hat. Das wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann, der zuletzt in Berlin lebte, vor.

Der Angeklagte habe zum Prozessauftakt Ende Oktober geschwiegen. Der Deutsche wurde nach Ermittlungsarbeit der mit ungeklärten Kindermorden befassten Jenaer Sonderkommission "Altfälle" festgenommen. Er soll das Mädchen aus dem Weimarer Goethepark herausgelockt haben, um sich an ihm zu vergehen. Der Mann ist wegen Kindesentführung und Missbrauchs vorbestraft.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 15. November 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2018, 18:46 Uhr

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