Polizeieinsatz Buchenwald: AfD-Landtagsabgeordnete bei Gedenkveranstaltung abgewiesen

Am Rande einer Gedenkveranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald hat es einen Zwischenfall mit drei AfD-Landtagsabgeordneten gegeben. Laut einem Gedenkstätten-Sprecher wollten Thomas Rudy, Torsten Czuppon und Karlheinz Frosch an der Feier teilnehmen, was ihnen untersagt wurde. Hintergrund ist ein entsprechender Beschluss der Gedenkstättenleitung von Anfang 2019, der AfD-Vertretern den Zugang zu solchen Veranstaltungen grundsätzlich verwehrt.

Da die Abgeordneten nicht gehen wollten, musste die Polizei das Hausrecht durchsetzen. In der Gedenkstätte wird am Samstag mit einer Gedenkfeier und einem ökumenischen Gottesdienst an das Sowjetische Speziallager Nr. 2 erinnert. Am Nachmittag ist dazu eine thematische Führung über das Gelände geplant.

Menschen sitzen auf Stühlen im Freien vor einem Kreuz
Zu der Gedenkveranstaltung kamen unter anderem fünf Überlebende des Sowjetischen Speziallagers nach Buchenwald. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Buchenwald: KZ-Gelände wurde zu Sowjetischem Speziallager

Im August 1945 hatte die sowjetische Besatzungsmacht auf Teilen des Geländes des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald das Speziallager Nr. 2 errichtet. Insgesamt waren dort etwa 28.500 Menschen interniert. Zumeist handelte es sich um lokale Funktionsträger der NSDAP aus Thüringen und anderen sowjetisch besetzten Gebieten, aber auch Jugendliche und Denunzierte befanden sich unter ihnen. Mehr als 7.000 starben an Unterernährung und Krankheiten. Im Februar 1950, kurz nach der Gründung der DDR, wurde das Lager aufgelöst. Über 2.000 Gefangene wurden danach in den berüchtigten Waldheimer Prozessen abgeurteilt.

Im Zuge der Gedenkveranstaltung wurde eine neue Website zur Aufarbeitung des Sowjetischen Speziallagers Buchenwald aktiviert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichen | 19. September 2020 | 12:00 Uhr

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