Baustelle des neuen Bauhaus-Museums in Weimar
Ob das Weimarer Bauhaus-Museum die Glas-Fassade erhält, die im Bauantrag genehmigt worden ist, ist derzeit offen. Bildrechte: MDR/Maria Socolowsky

Weimar Bauhaus-Museum: Baustopp an den Außenanlagen

Ob die Kosten und die Bauzeit des Weimarer Bauhaus-Museum wie geplant eingehalten werden können, ist unklar. Grund dafür ist die geplante Glas-Fassade des Museums, die offenbar in Frage steht.

Baustelle des neuen Bauhaus-Museums in Weimar
Ob das Weimarer Bauhaus-Museum die Glas-Fassade erhält, die im Bauantrag genehmigt worden ist, ist derzeit offen. Bildrechte: MDR/Maria Socolowsky

An den Außenanlagen für das neue Bauhaus-Museum in Weimar wird vorerst nicht weitergearbeitet. Als Grund nannte Oberbürgermeister Stefan Wolf im Weimarer Stadtrat Unklarheiten bei der künftigen Fassade des Museums. Zwar liege eine Entwurfsplanung vor, aber die weiteren Schritte und auch die damit verbundenen Kosten seien momentan nicht absehbar. Mehrere diesbezügliche Anfragen an den Bauherren, die Klassik Stiftung, seien unbeantwortet geblieben. Am Dienstag habe es allerdings eine Bauberatung gegeben, in Kürze solle eine neue Bauzeitplanung vorliegen.

Grund für die Irritationen ist die geplante Glas-Fassade des Museums, deren Bau offenbar in Frage steht. Seit dem Richtfest kursieren Gerüchte in der Stadt, dass diese Fassade nicht oder reduziert gebaut werden soll. Ob es Änderungen am Entwurf geben wird und ob dafür ein neuer Bauantrag erforderlich ist, konnte Wolf nicht sagen. Solange das allerdings nicht klar sei, könnte die Stadt Weimar für die Außenanlagen keine Firmen beauftragen, so Wolf.

Wolf rechnet damit, dass durch die Verzögerungen zusätzliche Kosten entstehen. Über diese müsse dann natürlich mit dem Kostenverursacher gesprochen werden. Eins sei aber sicher: Egal ob mit oder ohne Außenanlagen - das Bauhaus-Museum werde am 5. April 2019 eröffnet.

"Das Bauhaus kommt aus Weimar" – Neues Bauhaus Museum Ausstellungsfläche: 2.250 Quadratmeter

Objekte:
Sammlung von 13.000 Objekten und Dokumenten u.a. die berühmte Wagenfeld-Lampe, der Lattenstuhl von Marcel Breuer, die Teekanne von Marianne Brandt, Keramiken von Theodor Bogler, Arbeiten von Paul Klee, Peter Kehler und Lászlo Moholy-Nagy. Eine der wichtigsten Bauhaus-Sammlungen des Landes, der weltweit älteste Bauhaus-Bestand, dessen Grundstock Walter Gropius selbst legte.

Gesamtkosten: 22,6 Millionen Euro

Bauzeitraum: 2015 bis Ende 2018

Eröffnung: 5. April 2019

Architektur:
Minimalistisch, mit klarer Geometrie und einem großzügig gestalteten Vorplatz. Der Entwurf von Heike Hanada, der in Kooperation mit Benedict Tonon entstand, eröffnet Ein- und Ausblicke und wird mit einer klug erdachten Gestaltung des Umfeldes die Verbindung zum benachbarten Weimarhallenpark aufnehmen. Zusammen mit dem Neuen Museum und der Ausstellung zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus entsteht ein neues Museumsquartier. Die geometrisch klare Architektur – ein minimalistischer Glaskubus über einem Betonsockel – sieht fünf Ebenen vor, die in zweigeschossigen offenen Räumen ineinander übergehen.

Außenanlagen:
Der Museumsbau wird künftig in ein grünes Umfeld eingebettet sein, das den Park erweitert. Das Planungsbüro "Vogt Landschaft Berlin" hatte dazu die Planungen ausgearbeitet. Mit dem geplanten Museumskörpers  entsteht durch das räumlich zurückgesetzte Gebäude eine Mischung aus kulturellem und öffentlichem Raum. Die Freianlagen umfließen den künftigen Neubau und verknüpfen ihn mit seiner Umgebung. Grundlegend soll eine repräsentative Gestaltung mit Orten zur Begegnung und Kommunikation, Versammlungsorten und Treffpunkten, zum Promenieren und Verweilen, sowie Möglichkeiten zur Erweiterung des Museumskonzepts in den Außenraum und festliche Aktivitäten jeglicher Art geschaffen werden. Der Charakter des weitergeführten Parks basiert auf den stärksten Elementen der Parkgestaltung: Topografie, Baumgruppen und Rasen- oder Wiesenflächen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. Januar 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2018, 10:44 Uhr

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1 Kommentar

02.02.2018 14:36 FSee 1

Irgendwie erinnert mich der Bauhaus-Klotz an das Museum der Bildenden Künste in Leipzig. Der hatte auch seine liebe Not mit der Glasfassade. Vielleicht hakt der Weimarer Stadtrat mal in Leipzig nach, bevor er auf dieselbe (finanzielle) Abenteuerreise geht.

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