KZ-Gedenkstätte Buchenwald Gedenkstunde für homosexuelle Häftlinge in NS-Konzentrationslagern

In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar ist am Sonntag an die Verfolgung von homosexuellen Menschen durch die Nationalsozialisten erinnert worden. An der Gedenkstunde auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers nahmen Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Justizminister Dirk Adams teil. Ramelow trug zusammen mit anderen eine Regenbogenfahne, die als Symbol für Akzeptanz und die Vielfalt der Lebensweisen gilt.

Der Linke-Politiker erklärte, "wir denken an die homosexuellen Frauen und Männer, die unter der Nazi-Verfolgung litten, an die vielen, die sich in ihrer Verzweiflung das Leben nahmen". Man gedenke aller Opfer, "die geschunden, gefoltert und getötet wurden". So etwas dürfe nie wieder geschehen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht bei einer Gedenkstunde für homosexuelle Häftlinge in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.
Bodo Ramelow Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Schätzungen von Historikern wurden in der NS-Zeit etwa 10.000 Homosexuelle in Konzentrationslager eingesperrt, davon etwa 650 in Buchenwald. Die Betroffenen wurden mit einem rosa Winkel an ihrer Häftlingskleidung markiert. Im KZ Buchenwald wurden homosexuelle Häftlinge unter anderem für medizinische Experimente missbraucht. Nach Schätzungen von Historikern starben etwa 60 Prozent der in den KZ eingesperrten Häftlinge mit dem rosa Winkel.

Ramelow erklärte, der rosa Winkel sei stigmatisierendes Symbol für gesellschaftliche Außenseiter, für jede Form Anderssein gewesen. "Heute steht er als Zeichen für den Triumph über Demütigung, Diskriminierung und Tyrannei. Das Schicksal der Rosa-Winkel-Häftlinge sei Verpflichtung, aktiv zu handeln, um Menschen vor ähnlichen Verbrechen zu bewahren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr, dpa, epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. Juni 2020 | 19:00 Uhr

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