Weimar Gedenkveranstaltung zur KZ-Befreiung im Nationaltheater abgesagt

Wegen des Coronavirus wurde auch die Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora abgesagt. Für eingeladene Überlebende ist das Virus eine große Gefahr.

Deutsches Nationaltheater in Weimar
Die Gedenkveranstaltung hätte im Deutschen Nationaltheater Weimar stattfinden sollen. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Das Coronavirus mache diesen Schritt unausweichlich, teilte am Dienstag Regierungssprecher Günter Kolodziej mit. Die Veranstaltung sollte am 5. April im Deutschen Nationaltheater in Weimar stattfinden. Die Entscheidung haben die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, die Thüringer Staatskanzlei und der Landtag demnach in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern getroffen.

Das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus werde vor allem für ältere Menschen als "unvertretbar hoch" eingeschätzt. Ganz besonders schmerze, dass die Einladungen an die wegen ihres hohen Lebensalters besonders gefährdeten Überlebenden der Konzentrationslager nicht aufrechterhalten werden könnten, so der Regierungssprecher. Viele der 42 Überlebenden aus 14 Ländern hätten bereits von sich aus abgesagt.

Heinrich Rotmensch, ehemaliger Häftling des KZ Buchenwald, bei einer Gedenkveranstaltung am 27.01.2020 im Thüringer Landtag
Heinrich Rotmensch, ein ehemaliger Häftling des KZ Buchenwald, bei einer Gedenkveranstaltung im Januar 2020. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora teilte auf ihrer Website mit, dass die Gedenkstätten zunächst für Besucher geöffnet bleiben. Derzeit prüft man gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen, wie die Jahrestage der Befreiung in der jetzigen Ausnahmesituation trotzdem angemessen begangen werden können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. März 2020 | 16:00 Uhr

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