Haus der Frau von Stein in Weimar
Gehört das Haus der Frau von Stein bald wieder der Stadt Weimar? Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Historisches Erbe Weimar will Haus der Frau von Stein zurückkaufen

Seit Monaten ist im Haus der Frau von Stein in Weimar kein Hammer bewegt worden, herrscht Funkstille zwischen der Stadt und Investor Juan Bofill. Nun spricht das Rathaus erstmals davon, den Verkauf rückgängig zu machen.

Haus der Frau von Stein in Weimar
Gehört das Haus der Frau von Stein bald wieder der Stadt Weimar? Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Die Stadt Weimar will das historische Haus der Frau von Stein vom jetzigen spanischen Besitzer zurückkaufen. Oberbürgermeister Stefan Wolf sagte MDR THÜRINGEN, laut Vertrag könne die Rückabwicklung Ende 2018 angegangen werden. Noch aber habe Investor Juan Bofill jedoch die Chance, seinen Vertrag zu erfüllen.

Haus der Frau von Stein in Weimar
In dem historischen Gebäude hatte einst Charlotte von Stein-Kochberg gelebt. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

In dem historischen Gebäude unweit der Anna-Amalia-Bibliothek hatte bis 1827 die Goethe-Freundin Charlotte von Stein-Kochberg gelebt. Bofill hatte das Haus 2008 für 325.000 Euro von der Stadt gekauft, um darin ein Museum mit Skulpturen des Surrealisten Salvador Dalí sowie ein Café und eine Pension einzurichten. Mit dem Vertragsschluss hatte sich Bofill verpflichtet, das Haus bis Ende 2011 zu sanieren. Zwar steckte Bofill bisher rund zwei Millionen Euro in das Gebäude. Ein Ende des Umbaus ist jedoch nicht in Sicht - im Gegenteil: Seit Monaten ruhen die Arbeiten. Die Türen sind verrammelt, die Plastikfolien an den Fenster teilweise eingerissen - inzwischen haben Tauben ein neues Quartier für sich entdeckt.

Oberbürgermeister Stefan Wolf gibt an, mehrere Investoren stünden bereit, um an Bofills Stelle zu treten. Die Stadt denke allerings auch selbst darüber nach, das Haus zu behalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Oktober 2017 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2017, 17:50 Uhr

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1 Kommentar

23.10.2017 11:46 Stefan (Der) 1

Die Stadt hat sich von der Großspurigkeit des Herrn Bofill beindrucken lassen, ohne den Hintergrund dieser Person zu überprüfen. Ich hoffe, dass ihm dieses Schmuckstück nunmehr entzogen wird und dies nicht einen mehrere Millionen teuren Rückkauf, sondern eine Enteignung bedeutet. Mich würde zwingend interessieren, wo denn die zwei Millionen investiert wurden. Sichtbar zumindest nicht. Einem weiteren windigen "Investor" dieses Gebäude zu überlassen wäre zutiefst fahrlässig.
Hierbei sei auf ein ähnliches Gebäude verwiesen, wo eine Investitionsgarantie gegeben wurde und augenscheinlich seit 12 Jahren nichts passiert ist. Ich meine das Gebäude hinter dem Kasseturm am Goetheplatz. Um dieses Haus "verkaufen" zu können, wurde damals der Kasseturm umgebaut und massiv verkleinert. Das Gebäude in bester Lage verfällt ebenfalls immer mehr. Auch hier sollte endlich die Stadt eingreifen und zugestehen, dass sie damals betrogen wurde.

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