Wirtschaft Feinbäckerei Heberer schließt Produktionsstandort Weimar

Die Wiener Feinbäckerei Heberer schließt ihren Produktionsstandort in Weimar. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sind davon 74 Arbeitsplätze betroffen. Voraussichtlich soll die Produktion Ende Februar 2021 eingestellt werden.

In einem Bäcker-Laden steht eine Frau mit Brille hinter einer voll bestückten Verkaufstheke
Viele Bäcker sind wegen der Corona-Krise in Schieflage. Bildrechte: MDR/Johanna Honsberg

An den Filialen und dem Vertrieb wolle das Unternehmen weiter festhalten, teilte ein Sprecher mit. Die restlichen 75 Arbeitsplätze in der Verwaltung und den Eigenfilialen in Thüringen sollen nahezu komplett erhalten bleiben.

Corona-Krise hat den Standort schwer getroffen

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hat der Produktionsstandort Weimar seit mehreren Jahren finanzielle Probleme. Die Auswirkungen der Corona-Krise hätten den Standort wirtschaftlich stark getroffen. Den Angaben nach mussten Filialen vorübergehend schließen. Außerdem brachen Großbetriebe und Kunden aus dem Gastronomie- und Hotelbereich weg. Laut Unternehmen hatte Heberer trotz mehrfacher Versuche keine staatlichen Hilfen erhalten. Auch die Muttergesellschaft mit Sitz in Mühlheim am Main habe die Verluste nicht ausgleichen können.

Zwei Bäcker vor Ofen 3 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 21.07.2020 19:00Uhr 02:31 min

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Lange Unternehmens-Geschichte

Die Wiener Feinbäckerei Heberer wurde 1891 in Offenbach am Main gegründet und wird heute von den Gebrüdern Georg IV. und Alexander Heberer als Geschäftsführende Gesellschafter - mittlerweile unterstützt von der fünften Familiengeneration Georg V. und Sandra Heberer - gemeinsam geführt.

Verschiedene Sorten Brot liegen übereinander
Die Firma hat eine lange Geschichte. Bildrechte: Colourbox.de

Das Geschäftsmodell der Wiener Feinbäckerei Heberer besteht aus den eigenen Filialen, betrieben mit Kommissionären, dem Franchise-Geschäft an Verkehrsknotenpunkten sowie dem Großkundengeschäft mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und der Belieferung anderer Bäcker.

Mit rund 220 Filialen in Deutschland gehört Heberer nach eigenen Angaben zu den Marktführern der Branche. Produziert wurde bisher an drei Standorten: Mühlheim am Main, Weimar und Zeesen bei Berlin.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. September 2020 | 17:00 Uhr

6 Kommentare

mawoba vor 2 Wochen

Nein das hat einen ganz einfachen Grund.Die Wiener Feinbäckerei Heberer
gibt alle 5 Jahre eine Anleihe von ca.7,5 Mio Euro heraus.Sie sammelt das
Geld als Anleihe ein und verzinst es mit 5% jährlich.Nach 5 Jahren ist das Geld dann wieder fällig und die Anleger wollen ihr Geld zurück.Wenn das Unternehmen jetzt in finanzielle Schwierigkeiten gerät würde ja der Staat wenn er Fördermittel zahlt
auch die Auszahlung der Anleihe teilweise mit absichern und das mit Staatsgeldern.
Das geht natürlich nicht und das darf die Landesregierung auch nicht.
Jeder der diese Anleihe gezeichnet hat ist darüber aufgeklärt worden das bei einer
Insolvenz das Geld verloren ist.5% Zinsen ist natürlich absolute Spitze das zahlt heute keiner mehr,aber halt auch nicht ohne Risiko.

Holger 1 vor 2 Wochen

@Lothar, die Landesregierung muss doch die Hochschulen mit zig Milliarden unterstützen, da bleibt nichts mehr für das Handwerk übrig. Ich weiß nicht warum sich da keiner drüber beschwert.

Zeitgeist vor 2 Wochen

Diese Kette hat auch ein paar kleine Bäckereien auf dem Gewissen.
Daher Null Mitleid.
Übrigens eine gute Hausfrau, alter Schule, Rezept von der Oma, kann auch das Brot, Semmel und Kuchen selber backen. Da weiß man was auf den Tisch kommt und der Durchfall ausbleibt.

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