Der Leitende Polizeidirektor der Polizei Thüringen, Thomas Quittenbaum.
Der Leitende Polizeidirektor der Polizei Thüringen, Thomas Quittenbaum. Bildrechte: MDR/Sascha Mönch

Interview mit Polizeichef zu Feierlichkeiten am 6. Februar in Weimar "Ich hoffe auf das Verständnis der Weimarer und ihrer Gäste"

Am 6. Februar herrscht in Weimar Ausnahmezustand. Bundespräsident, Parlament und Regierung feiern mit einem Gottesdienst in der Herderkirche und einem Festakt im Deutschen Nationaltheater den 100. Jahrestag der Weimarer Verfassung. 1919 war in Weimar die Verfassung eines demokratischen Deutschland beschlossen worden. MDR THÜRINGEN-Reporter Sascha Mönch sprach mit dem Leitenden Polizeidirektor Thomas Quittenbaum darüber, was die Stadt und ihre Einwohner am Mittwoch erwartet.

Der Leitende Polizeidirektor der Polizei Thüringen, Thomas Quittenbaum.
Der Leitende Polizeidirektor der Polizei Thüringen, Thomas Quittenbaum. Bildrechte: MDR/Sascha Mönch

Herr Quittenbaum, was wird für die Thüringer Polizei die Hauptaufgabe sein?

Thomas Quittenbaum: Es ist der erste große Einsatz dieser Art in diesem Jahr. Hauptaufgabe wird morgen sein, die Vielzahl der verschiedenen Delegationen zu koordinieren. Es kommen immerhin alle fünf Verfassungsorgane – also Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Bundestagspräsident, Bundesratspräsident, Chef des Bundesverfassungsgerichts – alle mit entsprechenden Kolonnen und Begleitung. Das zu koordinieren, wird Hauptaufgabe sein. Und neben den Verfassungsorganen kommen Delegationen aus allen Bundesländern, entweder Ministerpräsidenten oder Vertreter, alles Schutzpersonen aus polizeilicher Sicht. Und das zu koordinieren und zu schützen, wird die Hauptaufgabe des morgigen Tages sein.

Das heißt, Sie müssen eigentlich ständig an fünf verschiedenen Stellen gleichzeitig sein?

Zumindest an mehreren Stellen gleichzeitig, wobei sich die Sache in der doch recht überschaubaren Innenstadt von Weimar konzentrieren wird. Und auch auf Grund dessen müssen wir die Weimarer bitten, sich auf gewisse Einschränkungen im inneren Ring den ganzen Tag gefasst zu machen.

Wie sehen diese Einschränkungen konkret aus?

Es wird einen inneren Ring geben vom Bereich der Herderkirche zum Theater, dort wird jeglicher Fahrzeugverkehr nicht stattfinden können über den gesamten Tag. Und es wird einen darum gerichteten äußeren Ring geben, wo es den ganzen Tag von sechs bis 18 Uhr Parkverbote und Halteverbote geben wird.

Auf wieviel Verständnis von den Weimarern hoffen Sie und mit wie viel Verständnis rechnen Sie?

Ich hoffe erstmal auf großes Verständnis. Man muss sich den Tag vor Augen halten. Weimar steht im Blickpunkt ganz Deutschlands. Es geht um 100 Jahre Weimarer Verfassung. Es geht um unsere Demokratie. Und es ist eine Ehre für Thüringen, so viele Gäste an so einem Tag begrüßen zu dürfen. Und dass das koordiniert werden muss und dass es allein schon aufgrund des hohen Fahrzeug- und Personenaufkommens einiger Einschränkungen bedarf, da hoffe ich auf das Verständnis der Weimarer und der Gäste.

Rechnen Sie mit Zwischenfällen?

Wir haben dazu bisher keine Erkenntnisse. Wir sind jedoch auf Zwischenfälle jedweder Art entsprechend vorbereitet.

Wie präsent wird denn die Polizei im Stadtbild sein morgen?

Wir werden präsent sein, aber ich hoffe, wir werden nicht überpräsent sein.

Wie muss man sich das vorstellen?

Dass wir nicht nur mit uniformierten Kräften im Einsatzraum sind. Und im Einsatzraum werden wir natürlich mit Verkehrskräften sein. Es wird ein hoher koordinatorischer Aufwand sein, die Kolonnen so zu koordinieren, dass sie am richtigen Ort sind, und nach Möglichkeit wird das der Herderplatz sein.

Bekommen Sie auch Unterstützung aus anderen Bundesländern?

Wir haben auch Unterstützung aus anderen Bundesländern und wir arbeiten ganz eng mit dem Bundeskriminalamt zusammen.

Bürgertelefon der Polizei Für Fragen zum Einsatz der Polizei am 6. Februar in Weimar, zu möglichen Einschränkungen und Verkehrsbehinderungen in der Stadt hat die Polizei ein Bürgertelefon geschaltet.

Dieses ist unter der Rufnummer 0361 - 662 1900 zu erreichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 16:59 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

06.02.2019 18:18 Frank 9

@8: Das sehe ich anders. Von der Allgemeinheit wird verlangt, dass wir allen offen gegenüber stehen und massenhaft Fremde aus allen Krisengebieten der Welt, von welchen wir nicht wissen, wie sie heißen, wo sie herkommen und ob sie uns friedlich gesonnen sind, in unserer Mitte willkommen heißen, während sich Politiker vor dem eigenen Volk beschützen lassen, obwohl keine ernsthafte Gefährdungslage vorliegt. Von daher ist eine kritische Betrachtungsweise durchaus angebracht.

MDR THÜRINGEN:
Hallo Frank, im Spaß könnten wir Ihnen empfehlen, sich als Berater bei den Sicherheitsbehörden zu bewerben. Im Ernst erinnern wir an Attentate von Schäuble über Lafontaine bis zu Rabin, um nur einige zu nennen und bitten, sich in die Polizisten zu versetzen, die wie einer von Schäubles damaligen Leibwächtern ihr Leben zum Schutz anderer einsetzen. Allerdings ist es tatsächlich Diskussionen wert, wie bei solchen Veranstaltungen eine Balance zwischen Bürgernähe und Sicherheit zu finden ist.

06.02.2019 11:48 Martin Vomberg 8

@ ReneS Nr. 5

"Da hat wohl die Politprominenz, also die selbsternannte "Elite unseres Landes" wieder"

"Selbsternannt"? Wie ich zu meinem Bedauern feststellen muss, hat hier jemand ein wesentliches Merkmal von Demokratie (= Volksherrschaft) nicht verstanden. Aber, wenn ich mir hier die anderen Kommentare so durchlese, sind Sie mit Ihrer Ahnungslosigkeit in guter Gesellschaft! Hauptsache ist ja ohnehin, dass man endlich mal wieder einen Anlass gefunden hat, so schön gegen die vermeintliche "Obrigkeit" wettern zu können. ,.-)))

Mehr aus der Region Weimar - Apolda - Naumburg