Weimar Wieder Bildtafel von KZ-Überlebenden beschädigt

In Weimar ist die Freiluftausstellung mit Fotos von ehemaligen KZ-Häftlingen erneut beschädigt worden. Nach Angaben der Organisatoren ist der Schaden an einer Porträttafel so groß, dass diese ersetzt werden muss. Strafanzeige sei erstattet worden. Bereits in der Vergangenheit hatte es mehrere Vorfälle gegeben, bei denen die Ausstellung beschädigt wurde.

Porträt von einem Mann
Andrej Moisenjenko im Porträt. Bildrechte: MDR/Thomas Müller

In Weimar haben Unbekannte erneut die Freiluftausstellung mit Fotos von ehemaligen KZ-Häftlingen beschädigt. Wie die Organisatoren mitteilten, wurde vermutlich in der Nacht zu Montag das Porträt des polnischen Häftlings Tadeusz Kowalski eingeschlagen. Der Schaden sei so groß, dass die Porträttafel ersetzt werden müsse. Es wurde Strafanzeige erstattet. Das Porträt des 94-jährigen Polen war erst Anfang September aufgestellt worden.

Nahaufnahme von dem Gesicht eines Mannes
Der Schaden an dem Porträt von Andrej Moisenjenko. Bildrechte: MDR/Thomas Müller

Ausstellung in der Vergangenheit bereits mehrfach beschädigt

Die Ausstellung in Weimar wurde in der Vergangenheit schon mehrfach beschädigt und verunstaltet. Im November letzten Jahres hatte ein Betrunkener gegen das Porträt des 93-jährigen Andrej Moisenjenko gespuckt, uriniert und getreten. Anfang diesen Jahres wurde das Porträt erneut beschmiert.

Erst im Mai hatten Unbekannte die Freiluftausstellung mit Flugblättern zur derzeitigen Corona-Pandemie beklebt. Die Organisatoren der Ausstellung hatten eine Woche zuvor Aufkleber mit der Aufschrift "Risikogruppe" entfernt, die ebenfalls auf die Porträts geklebt wurden. Auch andere Denkmäler waren in der Vergangenheit von Vandalismus betroffen: Erst im Juli diesen Jahres wurde in Nordhausen ein Ehrenhain für Tote und Überlebende des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora beschädigt.

Die Porträts mit dem Titel "Die Zeugen" säumen die Straße vom Weimarer Hauptbahnhof bis zum neuen Bauhaus-Museum. Zu sehen sind Porträts von Überlebenden, die in den vergangenen Jahren von dem Weimarer Fotografen Thomas Müller porträtiert wurden. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Achava-Festspiele mit der Stadt Weimar und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ jni, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Oktober 2020 | 21:00 Uhr

3 Kommentare

Wechmarer vor 5 Wochen

Geschichte muß man akzeptieren können. Und es besser machen.

Karl Schmidt vor 5 Wochen

es zeigt leider auf, wie es um die Erinnerungskultur bestellt ist.
....und wer solche Taten befeuert!

Eulenspiegel vor 5 Wochen

Ich denke das zeigt doch ganz klar wie wichtig unsere jetzige Erinnerungskultur ist.

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