Bund und Stadt Weimar wollen helfen Mehr Geld für KZ-Gedenkstättenstiftungen gefordert

Der Bund will die Arbeit der KZ-Gedenkstätten personell und finanziell deutlich stärken. Das sagte ein Sprecher der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. Er reagierte damit auf Äußerungen des Direktors der Gedenkstättenstiftung Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge. Der hatte in einem Interview das finanzielle Defizit der Stiftung beklagt.

Volkhard Knigge vor einer Vitrine mit Häftlingskleidung
Stiftungsdirektor Volkhard Knigge. Bildrechte: dpa

Der gute Wille der Geldgeber ist da, aber mehr Geld noch nicht. Im Haushalt der Gedenkstättenstiftung für 2018 gibt es erstmals für sämtliche operative Aufgaben keine Mittel. Das Geld fehlt für Sonderausstellungen, für Vorträge und für die Gedenkfeiern zum Jahrestag der Befreiung der NS-Lager. Mit Spenden, die viele Besucher gern gäben, so Stiftungsdirektor Volkhard Knigge, soll die schwierige Zeit überbrückt werden. Knigge baut aber darauf, dass von Bund und Land jetzt intensiv daran gearbeitet wird, die Probleme zu lösen. Die paritätisch gezahlte Summe von 7,2 Millionen Euro reiche aufgrund gestiegener Kosten etwa für Strom, Wasser und Gehälter längst nicht mehr aus. 2017 hatten Bund und Land aber bereits zwei zusätzliche pädagogische Stellen für Gedenkstätten in Buchenwald und Mittelbau-Dora finanziert.

Finanzielle Unterstützung

Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) sicherte indes der Stiftung Buchenwald/Mittelbau-Dora finanzielle Unterstützung bei der Betreuung ehemaliger Häftlinge zu. Das sagte Wolf (SPD) zu MDR THÜRINGEN. Zu den Gedenkfeiern zum Jahrestag der Befreiung der KZ im April werden insgesamt 19 Überlebende u. a. aus Israel, Polen, der Ukraine und Weißrussland erwartet. Für ihre Unterbringung und Betreuung sind rund 53.000 Euro nötig, die die Gedenkstätte selbst nicht aufbringen kann. Von diesen aktuellen Geldnöten habe er auch gerade erfahren, so Stefan Wolf. Wie die Stadt oder Unternehmen der Stadt helfen könnten, das wolle er jetzt mit Stiftungsdirektor Volkhard Knigge besprechen.

Auch der Freistaat will die Stiftung stärker unterstützen. Der Kulturminister und Stiftungsratsvorsitzende Benjamin-Immanuel Hoff (LINKE) sagte, wenn der Bund mehr Mittel bereitstelle, werde auch das Land seinen Anteil weiter erhöhen. Hoff erklärte, der Bund habe zur aktuellen Finanzierungslücke der Gedenkstätten beigetragen, weil er notwendige Etaterhöhungen nicht mitgetragen habe. Außerdem wies der Minister darauf hin, dass das Land seine Unterstützung in den vergangenen Jahren ausgeweitet habe. Von 2,85 Millionen Euro im Jahr 2015 sei die Landeszuwendung auf 3,04 Millionen Euro in diesem Jahr gestiegen. Für kommendes Jahr seien 3,29 Millionen Euro von Landesseite vorgesehen. Der Bund habe dagegen in diesem Jahr nun 2,85 Millionen Euro für die Gedenkstätten-Stiftung eingeplant.

Knigge hatte in einem Zeitungsinterview auf die Unterfinanzierung der Stiftung Buchenwald/Mittelbau-Dora hingewiesen. Das strukturelle Haushaltsdefizit liege aktuell bei sechs Prozent bzw. 350.000 Euro. 2018 könnten daraus neun Prozent bzw. 500.000 Euro werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 09. März 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2018, 14:06 Uhr

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3 Kommentare

11.03.2018 18:00 martin 3

@1 selei: Wissen wir (na ja: Sie) denn, ob in der Stiftung nicht auch betriebswirtschaftlich gedacht und gehandelt wird? Ich war vor einiger Zeit in Dora und hatte nicht den Eindruck, dass dort Unmengen an Geld herausgehauen werden. Aber zugegeben: Das ist die subjektive Sicht eines Besuchers.

11.03.2018 17:44 Mediator 2

Das Geld für die Gedenkstätten ist gut angelegt. Um das Grauen des Dritten Reiches und der Judenvernichtung einigermaßen persönlich erfassen zu können ist die direkte Konfrontation an historischer Stätte durch nichts zu ersetzen. Kein Buch kann den direkten Bezug so vermitteln wie es manch banales Ausstellungsstück vermag.

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