Verbrechen Teufelstalbrücke: Verdächtiger 27 Jahre nach Mord verhaftet

27 Jahre nach der Tat gibt es in einem der spektakulärsten Kriminalfälle Thüringens einen Verdächtigen. Wie die Staatsanwaltschaft Gera am Montag mitteilte, ist im Fall der ermordeten Stephanie Drews (†10) aus Weimar Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Täter erlassen worden. Einzelheiten will die Polizei am Dienstag bekanntgeben. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN soll es sich bei dem Beschuldigten um einen 65 Jahre alten Lkw-Fahrer aus Berlin handeln. Er soll in seiner Heimatstadt festgenommen worden sein.

Die Vorführung des Verdächtigen beim Haftrichter im Justizzentrum in Gera. Der Verdächtige hat eine Decke über dem Kopf.
Der Verdächtige wird im Justizzentrum in Gera dem Haftrichter vorgeführt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Das Mädchen aus Weimar war im August 1991 spurlos aus einem Park der Stadt verschwunden, wo es mit seinen Geschwistern und einer Freundin gespielt hatte. Ein Mann hatte nach Aussagen der anderen Kinder das Mädchen angesprochen und mit sich gelockt. Zwei Tage später entdeckten Kinder Stephanies Leiche unter der Teufelstalbrücke der Autobahn 4. Das Mädchen war hinunter geworfen worden. Die Ermittlungen führten damals nicht zum Täter.

25 Jahre später, im November 2016, rollte eine Sonderkommission den Fall erneut auf. Bereits im Herbst vergangenen Jahres war die Rede von einer heißen Spur. An der Fahndung nach dem Beschuldigten war nach Informationen von MDR THÜRINGEN auch eine Spezialeinheit des Landeskriminalamts Thüringen beteiligt, die den Mann observiert haben soll.

Nach Zeugenaufrufen in der MDR-Fernsehsendung "Kripo live" im Juni 2017 meldete sich nach Polizeiangaben ein Mann. Er gab an, damals auf der Teufelstalbrücke einen anderen Mann bemerkt zu haben, der etwas von der Brücke warf. Daneben stand ein Kleintransporter. Der Zeuge - damals ein Pannenhelfer - habe sich das Kennzeichen des Transporters gemerkt, da er mit einem Einsatz rechnete, teilte die Polizei damals mit. Dabei handelte es sich wohl um ein DDR-Kennzeichen aus dem Raum Dresden und Görlitz.

Soko "Altfälle" untersucht auch weitere Mordfälle

Der Fall Stephanie ist Polizeiangaben zufolge der älteste von drei ungeklärten Kindermorden in Jena und Weimar, mit denen sich die Soko "Altfälle" seit November 2016 beschäftigt. 

Nach dem Tod der zehnjährigen Stephanie im August 1991 verschwand 1993 in Jena der neun Jahre alte Bernd. Er wurde zwölf Tage später tot am Ufer der Saale entdeckt. Auch der Mörder der zehnjährigen Ramona aus Jena-Winzerla wurde nie gefasst. Sie verschwand im Sommer 1996, ihre Leiche wurde im Januar 1997 in einem Waldstück entdeckt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. März 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2018, 15:27 Uhr

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