Weimar Richtfest für Bauhaus-Museum

Ein Jahr nach der Grundsteinlegung ist am Donnerstag in Weimar Richtfest für das neue Bauhaus-Museum gefeiert worden. Es soll zum 100. Jubiläum der Bauhaus-Bewegung am 5. April 2019 eröffnet werden.

Während des Richtfests sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), das neue Museum solle zugleich zu einem Ort der Begegnung, Offenheit und Diskussion werden. Es werde sich um ein zeitgemäßes Ausstellungshaus handeln. An dem Richtfest nahmen neben Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) auch der Präsident der Klassik Stiftung Hellmut Seemann und Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) teil.

Die Richtkronen für den Museums-Neubau wurden an einer Kopie der berühmten Bauhauswiege von Peter Keler befestigt - eine Idee der Gärtner der Klassik Stiftung Weimar in Weimar-Belvedere, die den Auftrag hatten, die Richtkrone zu fertigen, sagte Stiftungssprecher Franz Löbling MDR THÜRINGEN. Der erst 20-jährige Bauhaus-Lehrling Peter Keler entwarf 1922 unter dem Einfluss seines Lehrers Wassily Kandinsky seine Bauhauswiege. Sie besteht aus den Grundfarben Gelb, Rot und Blau und den ihnen von Kandinsky zugeordneten Formen Dreieck, Quadrat und Kreis. Die Wiege wurde zur Ausstellung 1923 im "Haus am Horn" präsentiert.

Auf rund 2.250 Quadratmetern werden in dem Museumsneubau rund 13.000 Ausstellungsstücke die Geschichte des Bauhauses erzählen. Der 22,6 Millionen Euro teure Beton-Kubus mit Glasbändern soll das Provisorium aus dem Jahr 1995 ersetzen. Dort konnte nur ein Bruchteil des Bestandes gezeigt werden. Weimar besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung von Bauhaus-Exponaten.

Mehrere Personen schlagen mit Hämmern Nägel in ein großes Holzschild
Das neue Museumsgebäude entsteht auf einem umstrittenen Stück Land. Bildrechte: MDR/Maria Socolowsky

Ursprünglich sollte das Museum schon vor ein paar Jahren öffnen. Unter anderem die komplizierte Suche nach einem Standort führte immer wieder zu Verzögerungen. Hoff sagte: "Die Steine, die im Weg lagen, machen wir zu Treppen auf dem Weg zum Bauhaus-Museum." Der erste Spatenstich im vergangenen Jahr war noch von Protest-Pfiffen zur Standortwahl begleitet worden. Das neue Bauhaus-Museum entsteht an einem der kompliziertesten und sensibelsten Orte der Stadt - an der Schnittstelle zwischen dem klassischen Weimar und dem einstigen NS-Gauforum.

Die bauliche Einordnung gilt als große Herausforderung. Auf dem einst vernachlässigten Areal soll ein neues Museumszentrum entstehen mit dem Neuen Bauhaus-Museum, dem 1869 eröffneten Neuen Museum und der geplanten Zwangsarbeiter-Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald im einstigen NS-Gauforum. Der neue Platz vor dem Bauhaus-Museum trägt den Namen von Stephane Hessel - in Erinnerung an den Résistance-Kämpfer, Buchenwald-Häftling und Mitautor der UN-Menschenrechtserklärung.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 30. November 2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2017, 16:00 Uhr

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1 Kommentar

01.12.2017 12:24 rudimeter 1

so krumm, wie die letzten Nägel im Video beim Richtfest eingeschlagen wurden, so krumm war auch der Weg bis zum Richtfest.

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