Weimar Gedenkstätte Buchenwald kritisiert Störung der Totenruhe durch Rodler

Die Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora hat ihren Sicherheitsdienst verstärkt. Grund sind nach Angaben der Stiftung Rodler, die in den vergangenen Tagen an der Mahnmalsanlage am Südhang des Ettersbergs unterwegs waren. Einige Rodler nutzten demnach ihre Schlitten auch zwischen und in den Massengräbern.

Gedenkstätte am Ettersberg mit HGlockenturm im Schnee
Das Mahnmal am Südhang des Ettersberges mit Glockenturm und Massengrab. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

In dem Bereich waren vor und nach der Befreiung des NS-Konzentrationslagers im April 1945 mehrere Tausend Tote begraben worden. Die Gedenkstätte bittet darum, die Würde der Toten zu wahren und im gesamten Bereich des ehemaligen Lagers und der Friedhöfe jeglichen Wintersport zu unterlassen. Sportliche Aktivitäten dort stellen einen Verstoß gegen die Besucherordnung und eine Störung der Totenruhe dar.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 14. Januar 2021 | 14:30 Uhr

19 Kommentare

Nico Walter vor 7 Tagen

Alles hat seine Zeit und seinen Ort. Es gibt Zeiten und Orte zum Feiern und es gibt Zeiten und Orte um zu Trauern und zu Gedenken. Von einem erwachsenen, intelligenten, freien und selbstbestimmten Mensch kann man erwarten, das auseinander halten zu können, denn solchen Fähigkeiten sind es, die einen erwachsenen, intelligenten, freien und selbstbestimmten Mensch erst ausmachen.

Monazit vor 7 Tagen

Ich darf an einem Freitag im März / April nicht öffentlich feiern, weil ein gewisser Herr Christus gekreuzigt vor fast 2000 Jahren wurde. Ich glaube zwar nicht dran, aber es ist auch ok für mich.

Hier scheint es hingegen Leute zu geben, die diese Trauer wahrscheinlich als christlich - deutsche Kultur bezeichnen, aber gleichzeitig der Meinung sind, dass man die Vergangenheit ruhig mal ruhen lassen soll. Und zwar immer dann, wenn es um den schlimmsten Völkermord im 20 Jahrhundert geht, wenn es darum geht, die Orte des Grauens als Mahnung zu erhalten.

Wir können gerne diskutieren, wie wir diese Orte gestalten wollen. Wie diese Orte dazu beitragen können, dass sich Geschichte nicht wiederholt, wie wir damit leben wollen. Aber keiner sollte in diesem Land argumentieren, man solle das mit den Gedenkstätten auch mal gut sein lassen. Und da es doch viele Leute machen, ist das wohl bitter nötig, Mahnmale wie Buchenwald zu haben und zu schützen.

Jan vor 7 Tagen

@Atheist
Wie wir unsere Zukunft gestalten, machen wir auf der Grundlage dessen, was wir in der Vergangenheit gelernt haben. Es gab eine Zeit, da hat Deutschland mit dem Feuer "gespielt" und den Tod und Leid von Millionen hervorgerufen - nicht zuletzt durch solche abscheulichen Lager. Wir sollten den Opfern und deren Nachkommen und Freunden genau den Respekt gegenüber zeigen, den sie im mindesten erwarten können. Wenn wir das nicht tun, verschwindet die Erinnerung an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte, was wieder der Nährboden für neue Nazis ist.

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