Zwei Schüler sitzen an einem Tisch und testen Schüttelmemory
Rekord: 550 Weimarer Schüler haben am Schülerfreiwilligentag teilgenommen. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Weimar Premiere zum Schülerfreiwilligentag

Eine Rekordzahl an Schülern hat am Donnerstag am Schülerfreiwilligentag in Weimar teilgenommen. Rund 550 Jungen und Mädchen haben sich für eine gute Sache eingesetzt. Die Organisatoren der Bürgerstiftung Weimar zeigten sich begeistert. In ganz Thüringen waren rund 4.800 Schüler ehrenamtlich im Einsatz.

von Conny Mauroner

Zwei Schüler sitzen an einem Tisch und testen Schüttelmemory
Rekord: 550 Weimarer Schüler haben am Schülerfreiwilligentag teilgenommen. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Der Aktionstag ist inzwischen zum Selbstläufer geworden. Zehn Weimarer Schulen und Bildungseinrichtungen hatten sich angemeldet. Eingesetzt waren die Kinder und Jugendlichen an unterschiedlichsten Orten. Die 5.- und 6.-Klässler des Humboldtgymnasiums haben eine Olympiade mit den Senioren des AWO Seniorenheims veranstaltet, auf dem Gelände der IG Papiergraben wurde der Zaun gestrichen, auch im Hospizdienst, dem Bienenmuseum und dem Weltladen waren die Schüler aktiv. Auf der Obstwiese des Landgutes Holzdorf haben sie das Gras gemäht und das trotz hitziger Temperaturen. Andere haben Jüngeren vorgelesen oder Sport mit Schulanfängern gemacht.

Ein Tag im Rollstuhl

Ein Junge probiert Mensch-ärgere- dich-nicht für Blinde aus
Blind fällt sogar das Kinderspiel schwer. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Eine Gruppe von 8.- und 9.-Klässlern hat sich einem ganz besonderen Projekt angenommen. In Zusammenarbeit mit der FAW (Fortbildungsakademie der Wirtschaft) haben sie ein Integrationsprojekt für schwerbehinderte Menschen unterstützt. Die Kooperation gab es erstmals. Die Jugendlichen schlüpften einen Vormittag lang in die Rolle Behinderter: Sie haben den Rollstuhl benutzt, sind an Krücken gelaufen oder haben Brillen aufgesetzt, die eine Sehbehinderung vorspielten. Damit sind die 13 Jungen und Mädchen in Begleitung durch Weimars Innenstadt gelaufen.

Sie waren in Geschäften und an Bushaltestellen unterwegs und haben dabei Grenzen kennen gelernt: Treppenabsätze und lose Gehwegplatten, Erdlöcher und schmale Durchgänge. Schmerzlich haben sie empfunden, wie rücksichtlos manche Mitmenschen mit Behinderten agieren. Beinahe sei er im Rollstuhl von einem Auto angefahren worden, nur weil er nicht schnell genug die Borde hochgefahren ist, erzählt einer der Schüler. Viele fühlten sich "schief angeguckt".

Verständnis schaffen für Behinderungen

Auf einem Handy sind verschiedene Standpunkte eingezeichnet
Die App soll körperlich behinderten Menschen helfen. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Erfahrungen haben sie heute reichlich gesammelt, können sich nun etwas hineinversetzen in die Lage eines behinderten Menschen. Der Stadt Weimar geben sie in Sachen Behindertenfreundlichkeit nur die Note 3 bis 4. Und ihr Projekt hatte noch etwas Gutes: Nebenbei haben die Schüler eine für behinderte Menschen nützliche Smartphone App getestet und aktualisiert. Die "Wheelmap-App" zeigt behinderten Menschen Hürden an.

Die App zeigt eine Landkarte, auf der Treppen, hohe Borsteinkanten und andere Hindernisse verzeichnet sind. Diese App wurde am Mittwoch auf den neuesten Stand gebracht. "Dieser Tag und die Erfahrung wird ihnen in Erinnerung bleiben", sagt auch Organisatorin Sabine Meyer. Sie betreut das Ehrenamt-Projekt "Weimars gute Nachbarn" und hofft, den Einen oder Anderen für ein Ehrenamt begeistert zu haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 07. Juni 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2018, 19:57 Uhr

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