Wegen Schüssen aus Schreckschusspistole Polizei nimmt in Weimar AfD-Stadtrat in Gewahrsam

Die Polizei hat in Weimar einen AfD-Stadtrat vorübergehend in Gewahrsam genommen. Er soll zuvor mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgefeuert haben, aggressiv gewesen sein und einen Platzverweis missachtet haben. Die Landespolizeidirektion bestätigte am Freitag den Vorfall, der sich am Mittwochabend auf einem Parkplatz im Plattenbauviertel Weimar-Nord zugetragen haben soll. Details wollte die Polizei offiziell nicht nennen. Die "Thüringer Allgemeine" hatte zuerst darüber berichtet.

Zwei Hände halten eine Schreckschusspistole.
Eine Schreckschusspistole (Symbolfoto). Bildrechte: colourbox

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN sollen der Kommunalpolitiker und drei Begleiter mit Polizisten aneinandergeraten sein - offenbar nach Abgabe der Schüsse. Alle vier sollen sich den Beamten gegenüber aggressiv und feindselig verhalten haben. Weisungen der Polizisten soll der Politiker missachtet und auf seine Rolle als Stadtrat hingewiesen haben. Auch soll er die Polizisten verbal bedroht haben. Weil er einen Platzverweis ignoriert habe, sei er vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Der AfD-Stadtrat soll erheblich alkoholisiert gewesen sein - mit fast zwei Promille.

Die AfD Thüringen erklärte am Freitag, sie wolle die Vorwürfe zunächst mit dem Betroffenen selbst klären, habe ihn aber noch nicht erreichen können. Es sei schwierig, über Konsequenzen zu sprechen, wenn die Sichtweise des Betroffenen nicht bekannt sei. Sollten sich die Anschuldigungen aber bestätigen, sei dies ein inakzeptables Verhalten gewesen, das Konsequenzen haben werde.

Die AfD war bei der Thüringer Kommunalwahl im Mai erstmals in den Weimarer Stadtrat eingezogen und besetzt im Kommunalparlament fünf Sitze.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. August 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2019, 11:05 Uhr

60 Kommentare

Thueringer Original vor 14 Wochen

Na dann nennen Sie mal weitere Fälle vom Benehmen der Stadträte der AfD. Dass man der AfD den Ausschussvorsitz nicht geben wollte, weil es eben die AfD ist, ist doch offensichtlich. Da werde demokratische Gepflogenheiten gebrochen, weil einem einfach die Partei nicht in den Kram passt. Die AfD hätte sicherlich mit sich reden lassen, einen anderen Ausschussvorsitz zu übernehmen, wenn man die Verbindung Kulturausschussvorsitzender und Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald nicht für tragfähig hält.

Paule vor 14 Wochen

@Keine Bereicherung mehr: DIe grünen Lokalpolitiker haben allerdings ihre Konsequenzen gezogen. Demnach sollte Herr Sven B auch als Stadtrat von Weimar zurücktreten, da er hier bewiesen hat, dass er geistig und charakterlich nicht für einen solchen wichtigen öffentlichen Posten geeignet ist. Allerdings um Schaden von seiner Partei abzuwenden und das Ansehen der Partei zu wahren, sollte er auch gleich aus der Partei ausgeschlossen werden.

Fakt vor 15 Wochen

Dass die Leserbriefe unter falschem Namen ein Unding sind und die beiden Kommunalpolitiker zurückgetreten sind, ist richtig. Wie Sie nun auf "Wahlbetrug" kommen, bleibt allerdings Ihr Geheimnis. Kommunalwahlen stehen in der Gemeinde Schwentinental gar nicht an, die waren erst im vergangenen Jahr. Folglich ist das Rumballern mit einer Schreckschusspistole wesentlich schlimmer, als Leserbriefe an eine regionale Tageszeitung unter falschem Namen einzusenden, auch wenn dies ein nicht entschuldbares Verhalten ist.

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