Beschluss im Stadtrat Weimar fordert von Sparkasse Gewinnausschüttung

Die Stadt Weimar fordert von der Sparkasse Mittelthüringen eine Gewinnausschüttung. Der Stadtrat stimmte am Mittwochabend mit großer Mehrheit einem entsprechenden Antrag der Grünen zu. Demnach sollen sich die Vertreter von Weimar im Verwaltungsrat und im Verbandsrat der Sparkasse für eine Ausschüttung einsetzen. Die Grünen hatten in ihrem Antrag darauf verwiesen, dass andere Sparkassen in Thüringen seit Jahren einen Teil ihrer Gewinne an die sie tragenden Kommunen weitergeben.

3,7 Millionen Euro Gewinn

Eingangsbereich der Sparkasse Mittelthüringen
Eingangsbereich der Sparkasse Mittelthüringen Bildrechte: MDR

Die Sparkasse Mittelthüringen gehört den Städten Weimar und Erfurt sowie den Landkreisen Sömmerda und Weimarer Land. Im vergangenen Jahr hatte sie einen Gewinn von 3,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Trägerkommunen erhielten davon jedoch nichts, der Gewinn wurde laut Beschluss des Verwaltungsrates vollständig ins Eigenkapital überführt. Die Sparkasse hatte in den vergangenen Jahren nie Gewinne an ihre Träger ausgeschüttet.

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hatte im Vorfeld des Beschlusses Unterstützung für den Vorstoß aus Weimar bekundet. Die beiden Städte hätten in den vergangenen Jahren mehrfach erfolglos versucht, im Verwaltungsrat und im Verbandsrat der Sparkasse eine Ausschüttung durchzusetzen, sagte er MDR THÜRINGEN. Laut Thüringer Sparkassengesetz können die Sparkassen bis zu 75 Prozent ihrer Gewinne an ihre Eigentümer ausschütten.

Auch Erfurter Linke begrüßt Beschluss

Auch die Linken im Erfurter Stadtrat begrüßten den Beschluss des Weimarer Stadtrates zur Gewinnausschüttung der Sparkasse Mittelthüringen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Karola Stange, kündigte an, sich mit der Fraktion dafür einzusetzen, dass auch Erfurt von den Ausschüttungen profitieren kann. Wenn die Sparkasse Mittelthüringen Gewinne in Millionenhöhe mache, sollte davon auch ein Teil an den städtischen Haushalt zurückfließen, so Stange. Ein Teil des Geldes könne beispielsweise in den Neubau oder die Sanierung von Wohnungen gesteckt werden.

Grafik des Aufbaus der Sparkasse Mittelthüringen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Mittel-Thüringen | 14. Dezember 2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2017, 14:34 Uhr

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1 Kommentar

14.12.2017 10:15 Weimarer 1

Frage an die Redaktion: Wie sind denn die Regeln im Verwaltungs/Verbandsrat der Sparkasse? Müssen sich die Trägenkommunen einig sein, um eine Ausschüttung durchzusetzen? Und hat die Sparkasse selber eine Stimme? Das wäre mal noch interessant zu erfahren.

[Anmerkung d. Redaktion: Der Verwaltungsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Dort gilt das Mehrheitsprinzip. Die Trägerkommunen müssen sich also nicht einig sein. Die Sparkasse entsendet fünf Mitglieder der Belegschaft in den Verwaltungsrat.]

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