Trauerfeier von Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach in Weimar
Aufbahrung in der Weimarer Stadtkirche Bildrechte: MDR/Candy Welz

In der Stadt der Ahnen Trauerfeier für Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach

Er sollte einmal Haus-Chef der Adelsfamilie werden: Am 9. Juni starb Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach bei einem Reitunfall bei London. In der Stadtkirche Peter&Paul in Weimar fand nun die Trauerfeier statt.

von Ulli Sondermann-Becker

Trauerfeier von Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach in Weimar
Aufbahrung in der Weimarer Stadtkirche Bildrechte: MDR/Candy Welz

Ein Sarg, abgedeckt mit der Flagge von Sachsen-Weimar-Eisenach, darauf Blumenschmuck; links und rechts bewacht von Männern in historischen Uniformen. Vor dem Sarg ein schlichtes schwarzes Samtkissen mit den Orden des Verstorbenen: Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach, aufgebahrt in der Stadtkirche Peter&Paul in Weimar, der ehemaligen Residenzstadt der Großherzöge von Sachsen-Weimar. Der 41-Jährige sollte einmal Haus-Chef der Adelsfamilie werden - am 9. Juni ist er bei einem Reitunfall in seiner Wahlheimat England gestorben. In der Kirche mit dem weltberühmten Cranach-Altar predigt Pfarrer Axel Kramme über den Dreiklang von Glaube, Hoffnung und Liebe und die Frage, was bleibt von einem so jung Verstorbenen.

"Der Prinz möchte das nicht"

Trauerfeier von Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach in Weimar
Aufmarschieren vor der Stadtkirche Bildrechte: MDR/René-T. Kusche

Draußen ist derweil die "Offiziers-Ehrengarde Sachsen-Weimar" aufmarschiert, der verstorbene Georg-Constantin war Ehrenmitglied im Verein. "Mehr wird aber nicht verraten," sagt ein rüstig wirkender älterer Herr im leicht verschossenen blauen Uniformrock und kratzt sich verlegen im eisengrauen Backenbart: "Der Prinz möchte das nicht". Mit "der Prinz" ist Prinz Michael gemeint, Onkel des Verstorbenen und der aktuelle Haus-Chef "derer von Sachsen-Weimar-Eisenach". Prinz Michael hatte in den neunziger Jahren die Entschädigungsansprüche der Familie gegenüber dem Freistaat Thüringen erfolgreich durchgefochten - am Ende stand sein Verzicht auf das weltberühmte Klassiker-Erbe gegen eine Zahlung von 15,5 Millionen Euro.

Weimar - der Familien-Ankerpunkt

Dieser Vergleich hat das Verhältnis zwischen der Familie und ihrer ehemaligen Residenzstadt nachhaltig befriedet. Weimar, das ist für die in alle Welt verstreuten Sachsen-Weimar-Eisenacher so eine Art Familien-Ankerpunkt geworden, und Erbprinz Georg-Constantin wollte diesen Zug weiter pflegen. Prinz Michael sagt, sein Neffe hätte in den letzten Jahren damit begonnen, sich intensiv mit der Vergangenheit seiner Familie und deren Verbindung zur Weimarer Kultur und Geschichte zu beschäftigten. "Mein Neffe konnte die Menschen einfangen, sie begeistern," so Prinz Michael.

"Ich kann ja auch nicht meinen Pudel adoptieren"

Trauerfeier von Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach in Weimar
Der Wettiner-Prinz starb im Alter von 41 Jahren. Bildrechte: MDR/René-T. Kusche

Adelsrechtlich sollte ihm der Neffe als Familien-Chef nachfolgen. In der ehemaligen Herrscherfamilie gilt das sogenannte salische Recht: Die adelsrechtliche Stellung kann eigentlich nur an den nächsten männlichen Nachkommen weitergegeben werden. Das geht nun nicht mehr. Und einfach einen "Bürgerlichen" adoptieren, um einen Nachfolger zu haben, das geht erst recht nicht, wenn man die Standesregeln so auslegt wie Prinz Michael: "Ich kann ja auch nicht meinen Pudel adoptieren, und der ist dann Mitglied der Familie Sachsen-Weimar."

Prinzessin Leonie kommissarische Nachfolgerin

Also hat er kurzerhand seine Tochter Prinzessin Leonie kommissarisch als Nachfolgerin eingesetzt. Dabei hat er sich, nach eigenen Worten, auf seine berühmte Ur-Ahnin Anna Amalia besonnen. Die hatte - die Geschichte ist ja bekannt - als junge Witwe im späten 18. Jahrhundert kurzerhand die Regentschaft im Herzogtum Sachsen-Weimar übernommen, berühmte Berater wie etwa Johann Wolfgang von Goethe engagiert und ist - mit dem Klassik-Titanen an der Seite - bekanntlich sehr erfolgreich gewesen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 02. Juli 2018 | 18:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2018, 08:24 Uhr

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