Historische Immobilie Weimar kauft "Haus der Frau von Stein" zurück

Der Stadtrat in Weimar hat grünes Licht für den Wiedererwerb des Hauses der Frau von Stein gegeben. Die Stadträte beauftragten Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) am Mittwochabend, das historische Haus in Weimars Innenstadt zurückzukaufen und weiter zu veräußern. Wie hoch der Wert des Hauses aktuell ist, soll ein Sachverständiger ermitteln.

Blick auf das Haus der Frau von Stein in Weimar
Charlotte von Stein bewohnte das Haus bis 1827. Sie war Hofdame der Herzogin Anna Amalia. Bildrechte: dpa

Seit Jahren wird um die Zukunft des Hauses gerungen. Der spanische Investor Juan-Javier Bofill hatte es 2008 für 320.000 Euro mit dem Versprechen gekauft, es zu sanieren und eine Pension samt Museum dort einzurichten. Doch das sei trotz vertraglicher Bindung nicht geschehen, sagte Kleine. Der OB hatte dem Investor eine Frist gestellt, nachdem in den zurückliegenden 11 Jahren wiederholt Termine verstrichen waren, die der Investor als Zeitpunkt der Fertigstellung genannt hatte. Seit Monaten ist an der Immobilie auch kein Bauarbeiter mehr zu sehen.

Wenige Stunden vor Beginn der Stadtratssitzung hatte sich Bofill über seine spanischen Anwälte geäußert. Er halte den mit der Stadt Weimar abgeschlossenen Vertrag für nicht gültig. Ein Nachtrag darin sei ohne Beschluss des Stadtrates formuliert worden und damit nichtig. Dem widersprach Kleine.

Haus soll zugänglich bleiben

Wer auch immer das Haus aus dem 18. Jahrhundert erwerben sollte: Am Konzept, das Gebäude auch als Pension und Café oder Restaurant zu nutzen, soll nicht gerüttelt werden. Ein Sprecher der Stadt sagte am Donnerstag, es gebe eine Reihe von Interessenten.

In dem Barockgebäude wohnte Charlotte von Stein, eine Freundin von Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Januar 2020 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2020, 15:19 Uhr

4 Kommentare

maddin vor 2 Wochen

Natürlich hat WE mit dem Kauf jetzt richtig reagiert, aber billig wird das alles ganz sicher nicht und schnell dürfte es auch nicht gehen. War der spanische Käufer damals nicht sogar im Thüringenjournal zu sehen mit der vollmundigen Aussage, ein „Salvador Dali Museum“ in besagtem Haus zu eröffnen - oder trügt mich da meine Erinnerung? War damals schon skeptisch und wurde wieder einmal diesbezüglich bestätigt, „Reinhardsbrunn“ usw. scheinen eine besondere Art von „Käufern“ irgendwie magisch anzuziehen! Kulturgut jedweder Art hat einfach nicht privatisiert zu werden!

Bernd L. vor 2 Wochen

Ein einmal gemachter Fehler hat oft langwierige Auswirkungen. Das Haus und alles rundum Goethe und Schiller gehören nicht in Privathand, sondern in das Eigentum der Stadt. Weimar ist ein Juwel der deutschen Kultur!

Paule vor 2 Wochen

Die Stadt hätte dieses Haus niemals verkaufen dürfen. Man verkauft nicht sein wertvolles Tafelsilber. Bofill führt alle nur an der Nase herum. Ich hoffe man prüft in Zukunft die Bonität und das Konzept des nächsten Interessenten intensiv.

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