Musikfestival "Yiddish Summer Weimar" diesmal komplett im Freien

Autorenbild Grit Hasselmann
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Mit einem Konzert am 30. Juli in der Wandelhalle Eisenach startet das Festivalprogramm des 20. Yiddish Sumer Weimar. Wegen Corona findet es komplett im Freien statt.

Konzert in Eisenach an der Wandelhalle (Yiddish Summer Weimar)
Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Eigentlich war für das Jubiläumsjahr ein ganz besonders großes Festival geplant. Wegen der Corona-Pandemie ist nun alles anders. Wie Kurator Andreas Schmitges erklärte, können Künstler aus Übersee und Israel wegen der Reisebeschränkungen nicht teilnehmen. Alan Bern, künstlerischer Leiter des "Yiddish Summer Weimar" (YSW), ergänzt: "Wir haben das große Glück, dass heute viele der besten Künstlerinnen und Lehrerinnen der jiddischen Musikszene in Deutschland und anderen Teilen Europas leben." Viele von ihnen waren selbst einmal Teilnehmende des YSW, die über die Jahre zu anerkannten Meisterinnen ihres Fachs geworden sind.

Sie sind das Rückgrat der Yiddish Summer Weimar-Gemeinschaft, unterrichten in unseren Workshops und treten in den Konzerten auf.

Alan Bern

Wie in den Vorjahren gibt es alle gewohnten Bestandteile des Festivals wie Workshops, Jamsessions und Konzerte. Die meisten Konzerte sind kostenlos, auch für die Workshops gibt es gestaffelte Preise, da gerade die Künstler momentan große finanzielle Schwierigkeiten haben.

Alan Bern
Alan Bern ist an Akkordeon und Klavier gleich mehrfach im Konzert zu erleben. Bildrechte: Yulia Kabakova

Allerdings findet das gesamte Festival unter freiem Himmel statt. Für alle 24 Konzerte gibt es deshalb jeweils zwei Termine, falls das Wetter nicht mitspielt. Für die Workshops werden auf dem Beethovenplatz in Weimar zwei große Zelte aufgebaut, die an den Seiten offen sind. "Natürlich werden die beiden Gruppen sich gegenseitig hören, aber damit müssen sie klarkommen", so Alan Bern. Neu ist auch, dass es Veranstaltungen in verschiedenen Orten in Thüringen gibt, in Erfurt, Eisenach, Altenburg und Niederzimmern.

Festival mit langer Geschichte

Was 1999 seinen Anfang in einer Einladung der Band "Brave Old World" zu einem Musikworkshop der Europäischen Sommerakademie fand, entwickelte sich ein Jahr später zu den Klezmerwochen Weimar, die 2006 in "Yiddish Summer Weimar" umbenannt wurden. Mittlerweile ist der YSW ein fester Bestandteil nicht nur des Weimarer, sondern auch des jiddischen Kulturlebens auf dem gesamten Globus.

Spannendes Programm trotz Corona

Akkordeonistin Sanne Möricke und Klarinettist Christian Dawid feiern ein Comeback mit ihrer Formation Khupe. Ihr Markenzeichen: Ein stark improvisierter instrumentaler Dialog und jiddische Instrumentalmusik auf kammermusikalischem Niveau.

Jubiläums-Ausgabe des "Yiddish Summer Weimar"

Vom 30. Juli bis zum 23. August gibt es Workshops und Konzerte in Weimar, Erfurt, Eisenach, Altenburg und in Niederzimmern. In diesem besonderen Jahr findet das gesamte Festival unter freiem Himmel statt.

Menschen sitzen im Kreis zusammen
Sogar die Pressekonferenz fand draußen statt. Direkt vor der "Other Music Academy" in Weimar. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Menschen sitzen im Kreis zusammen
Sogar die Pressekonferenz fand draußen statt. Direkt vor der "Other Music Academy" in Weimar. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Plakate
Dort wurde das Programm des 20. "Yiddish Summer Weimar" präsentiert. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Sveta Kundish und Patrick Farrell
Sveta Kundish und Patrick Farrell freuen sich schon aufs Festival. Bildrechte: Marcel Domeier
Mark Kovnatskiy
Auch der Violinist Mark Kovnatskiy ist dieses Jahr dabei. Bildrechte: Shendl Copitman
Khupe
Akkordeonistin Sanne Möricke und Klarinettist Christian Dawid feiern ein Comeback mit ihrer Formation Khupe. Bildrechte: Khupe
Alan Bern
Alan Bern ist an Akkordeon und Klavier gleich mehrfach zu erleben. Bildrechte: Yulia Kabakova
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Marlene | 26. Juli 2020 | 19:00 Uhr

Alan Bern an Akkordeon und Klavier ist mehrfach im Format "Tsvey mol Tsvey" (jiddisch: Zwei mal Zwei) gemeinsam mit dem Violinisten Mark Kovnatskiy und Khupe zu erleben.

Alina Bauer an der Violine und Mandola sowie Nicolaas Cottenie an der Violine und dem Akkordeon erforschen die Musik Südosteuropas, traditioneller Klezmer-Musik und ihren Nachbarn mit viel Feingefühl in ihrem Programm "Azind!" (jiddisch: jetzt).

Das gesamte Programm gibt es im Internet, dort kann man sich auch für Workshops und Konzerte anmelden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Marlene | 26. Juli 2020 | 19:00 Uhr

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