Zwei Wölfe stehen nebeneinander
Bildrechte: Colourbox.de

Forum in Ohrdruf Kritik am Umgang mit Wolf - zwei Tiere sind weg

Das Schicksal der Wolf-Hund-Mischlinge bei Ohrdruf ist weiter unklar. Noch immer sind sie nicht in einer der für sie vorgesehenen Fallen getappt, und die Kritik am Umgang mit ihnen hält an. Inzwischen steht zu vermuten, dass zwei von ihnen schon abgewandert sind - möglicherweise nach Süden.

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
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Landwirte haben Kritik am Umgang des Landes mit den Wölfen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf im Kreis Gotha geäußert. Auf einem Forum am Dienstagabend in Ohrdruf sagte etwa der Chef der Agrar GmbH Crawinkel, Heinz Bley, er habe das ganze Jahr über Pferde und Kühe auf der Weide. Rund 200 Kilometer Draht um die Weide könne er aber nicht wolfssicher machen.

Transparent mit Forderung von Schäfern nach mutmaßlichem Wolfangriff
Protest gegen den Umgang mit Wölfen Bildrechte: MDR/Guido Fischer

Eine Vertreterin des Umweltministeriums stellte hier erstmals präventive Schritte auch für Pferde- und Kuhbesitzer in Aussicht. Weil diese aber sehr teuer seien, könnten sie nur im Einzelfall und nach eventuellen Rissen erwogen werden. Bislang habe es Attacken von Wölfen jedoch nur auf Schafe und Ziegen gegeben.

Am Mittwochabend will das Umweltministerium nun auf einer ähnlichen Veranstaltung in Siegelbach bei Arnstadt über den möglichen Abschuss der sechs sogenannten Hybrid-Wölfe in Thüringen wie auch über den weiteren Umgang mit der Wölfin informieren.

Junge Mischlinge womöglich abgewandert

Zuvor wurde bekannt, dass zwei der Wolf/Hund-Mischlinge aus Ohrdruf möglicherweise abgewandert sind. Vom Umweltministerium hieß es, seit mehr als einem Monat seien zwei der Tiere von den aufgestellten Fotofallen nicht mehr erfasst worden. Junge Wölfe können schon nach fünf Monaten abwandern, ein eigenes Revier suchen und dabei mehr als 1.500 Kilometer zurücklegen.

Die Wölfin in Ohrdruf, die sich hier mit einem Hund gepaart hatte, war im Jahr 2014 aus der Lausitz nach Thüringen gut 250 Kilometer gewandert. Ihre zuletzt vier fotografierten Mischlinge sind bisher noch nicht in die aufgestellten Fallen gelaufen. Dem Umweltministerium liegt inzwischen eine Abschussgenehmigung vor. Man setzte zuletzt aber weiterhin darauf, die Tiere einzufangen, statt sie schießen zu lassen. Dazu sind fünf Kastenfallen auf dem Truppenübungsplatz aufgestellt, in denen bisher aber nur Füchse oder Dachse gesessen haben.

Am Dienstagabend verteidigte die Vertreterin des Ministeriums auch ihre Öffentlichkeitsarbeit. Bislang habe jede Information in der Presse dazu geführt, dass sich vermehrt Menschen auf dem Truppenübungsplatz aufhielten - etwa um Fotos von den Mischlingen zu machen. Nach bisherigen Plänen müssen sie aus Gründen des Artenschutzes bis Ende Februar eingefangen sein. Gelingt dieses nicht, sollen sie geschossen werden - sofern sie dann noch zu finden sind.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 31. Januar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2018, 19:42 Uhr