Politischer Extremismus Nach Mohring macht Grüner Adams Morddrohung öffentlich

Die neuerliche Morddrohung gegen Thüringens CDU-Chef Mike Mohring ist kein Einzelfall: Ähnliche E-Mails gingen auch bei Grünen-Fraktionschef Dirk Adams und dem Rechtsextremismusforscher Matthias Quent ein.

Dirk Adams
Dirk Adams, Fraktionschef der Grünen im Thüringer Landtag. Bildrechte: imago images / Steve Bauerschmidt

Grünen-Fraktionschef Dirk Adams sagte MDR THÜRINGEN am Montag, sein Wahlkreis-Büro Nordhausen habe eine vergleichbare E-Mail erhalten. Der Absender nenne sich "Cyber-Reichswehr" und kündige ein Messer- oder ein Autobombenattentat an, wenn Adams nicht bei den Grünen austrete. Adams hat die Drohung an die Polizei weitergeleitet. Er sagte: "Ich nehme das nicht ernst".

Zudem twitterte der Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent aus Jena, ähnliche E-Mails bekämen Journalisten und er seit Monaten. Ermittlungen der Polizei seien ins Leere gelaufen.

CDU-Spitzenkandidat Mohring hatte die Droh-E-Mail gegen sich am Sonntag öffentlich gemacht. In diesem Fall nennt sich der Absender "Staatsstreichorchester"; der Text ähnelt dem in der E-Mail an Adams.

Innenminister Georg Maier erklärte zu den E-Mails, die Polizei gehe dem nach. Solche Drohungen müssten auf jeden Fall ernst genommen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Oktober 2019 | 15:00 Uhr

42 Kommentare

Udo vor 40 Wochen

Nein, es bedeutet nicht, dass man Sympathie für "die eine Seite" hegt.
Es ist der Hinweis, man möge endlich grundsätzlich gegen Extremismus vorgehen, was ja leider nicht geschieht.
Wie sehen denn die ganzen aktuellen Aktivitäten der Politiker aus?
Man überbietet sich gegenseitig in Programmen gegen Rechts, Linksextremismus wird eher unter den Tisch gekehrt oder verharmlost dargestellt.
Ich bin gegen jeden Extremismus, egal von welcher Seite, leider gibt es wenig Hoffnung, dass es politisch überhaupt gewollt ist, BEIDE Seiten als Gefahr zu sehen und zu bekämpfen.

sandra vor 40 Wochen

@Sylter

Das ist, wenn man Gewalt und Extremismus generell ablehnt, eigentlich völlig unerheblich und bedeutet doch nur, dass die- oder derjenige Sympathien für einen bestimmten Extremismustyp zeigt.

---

Das können Sie momentan so sehen. Und momentan ist das auch richtig.
Ihr Empfinden gründet sich auf einer Momentaufnahme.

Diese Momentaufnahme würde sich aber in dem Moment ändern, sobald ein extremistisches Regim eine Demokratie vernichtet.

Dann stehen Sie vor einem Problem, das Sie mit Ihrer Ansicht so nicht lösen können. ERst recht dann nicht, wenn Sie selbst ihrere Existenzberechtigung durch ein Regim beraubt werden.

Wir hatten das hier schon mal.

sandra vor 41 Wochen

@Udo

Aber noch mal für Sie (ich hoffe, Sie können das verstehen)

Nein. Möhring ist kein Gewaltverbrecher. Er ist ein Opfer eines Gewaltverbrechers geworden.

Es kann aber durchaus sein, dass es Opfer gibt, die die Waffe, mit der sie bedroht werden, dem Täter entreißen und gegen den Täter richten.

Das tun Opfer aus Notwehr. Nicht mit der Absicht eines Gewaltverbrechers.

Mehr aus Thüringen

ein Gebäudekomplex von oben 1 min
Bildrechte: MDR / Der Osten - Entdecke wo Du lebst