Thüringen Corona-News am 29. Juni: Thüringen gegen massenhafte Tests wie in Bayern

Gesundheitsministerin Heike Werner lehnt massenhafte Corona-Tests für jedermann wie in Bayern geplant ab. Eisenach will Schaustellerbuden trotz des Kirmesverbots erlauben. Mehr in den Corona-News für Thüringen.

Heike Werner (Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner Bildrechte: dpa

Wie es weiterging | Corona-News vom Dienstag

Die weiteren Entwicklungen rund um Coroavirus und Covid-19 in Thüringen können Sie in unserem Überblick vom Dienstag, dem 30. Juni, verfolgen:

Thüringen | Skeptischer Blick aus Kiel auf Thüringen

An dem Alleingang Thüringens beim Umgang mit Reisenden aus Corona-Hotspots will sich Schleswig-Holstein kein Beispiel nehmen. Gesundheitsminister Heiner Garg machte am Montag deutlich, dass der Norden zu den strikten Bund-Länder-Vereinbarungen steht. Wenn Thüringen hier anders vorgehe, dann sei dies die alleinige Entscheidung des Freistaats, sagte Garg (FDP) der Deutschen Presse-Agentur.

Das Gesundheitsministerium in Erfurt hatte am Samstag erklärt, Thüringen werde für Reisende aus Risikogebieten kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen. Nach der Bund-Länder-Vereinbarung sollen Reisende aus Corona-Hotspots nur dann in Hotels und Ferienwohnungen aufgenommen werden oder ohne Quarantäne einreisen dürfen, wenn sie ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen können, das nicht älter als zwei Tage ist.

Thüringen | Gesundheitsministerin gegen massenhafte Corona-Tests wie in Bayern

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat massenhafte Corona-Tests für jedermann wie in Bayern geplant abgelehnt. Ein unsystematisches Testangebot für die gesamte Bevölkerung bringe keinen Erkenntnisgewinn, sagte Werner am Montag auf Anfrage der dpa. "Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass durch negative Tests bei den Menschen ein falsches Sicherheitsgefühl entsteht und das Risikobewusstsein zurückgeht."

Insofern sei der bayerische Vorschlag nicht zu Ende gedacht, so die Ministerin. Kritik am bayerischen Vorstoß kam unter anderen auch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend", schrieb Spahn bei Twitter.

Eisenach | Schaustellerbunden trotz Kirmesverbots geplant

Kirmesveranstaltungen sind in Thüringen nach wie vor verboten, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Eisenach hat jetzt einheimischen Schaustellerfamilien dennoch einen mehrwöchigen Stellplatz auf dem Markt angeboten. Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) sagte zur Begründung, die Stadt wolle damit den Familien helfen, denen die Existenzgrundlage weggebrochen sei. In dieser Woche wollten die Schausteller ein Konzept vorlegen, damit unter anderen die Hygienevorgaben eingehalten werden.

Jena | Keine generelle Meldepflicht für Auslandsrückkehrer mehr

Die Stadt Jena beendet ihren Alleingang einer generellen Meldepflicht für Bürger nach einer Auslandsreise: Ab Freitag gilt diese Vorschrift nur noch für Einwohner, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind. Hier erfahren Sie mehr:

Erfurt | Vermehrt Masken-Muffel in Bussen und Bahnen

Der städtische Verkehrsbetrieb in Erfurt, Evag, klagt über nachlässige Fahrgäste: Die Vorschrift zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes werde in Bussen und Straßenbahnen zunehmend nachlässiger gehandhabt. Masken würden entweder gar nicht aufgesetzt oder erst nach Betreten der Bahn oder des Busses. Inzwischen erreichten die Evag fast täglich Beschwerden dazu. Das Unternehmen appellierte an die Fahrgäste, sich an die Regeln zu halten. Die Fahrerinnen und Fahrer könnten die Passagiere nicht überwachen, weil sie sich auf den Verkehr konzentrieren müssen.

Thüringen | Analyse zur Medienberichterattung über Covid-19

MEDIEN360G, die Medienthemen-Redaktion des MDR im Landesfunkhaus Thüringen in Erfurt, hat die Medienberichterstattung über die Corona-Pandemie unter die Lupe genommen.

Königsee | Datenschutzverfahren gegen Gymnasium eingestellt

Der Thüringer Datenschutzbeauftragte hat ein Verfahren gegen das Näder-Gymnasium in Königsee (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) eingestellt. Die Behörde hatte die Schule aufgefordert, ein aus datenschutzrechtlicher Sicht bedenkliches Programm nicht mehr einzusetzen. Der Schulleiter stimmte der Aufforderung zu, wie eine Sprecherin MDR THÜRINGEN bestätigte. Das Programm war während des Heimunterrichts in der Corona-Krise eingesetzt worden. Die Behörde des Datenschutzbeauftragten hatte gegen mehrere Schulen solche Verwaltungsverfahren eingeleitet. Die Behörde hat in Aussicht gestellt, dass die Verfahren eingestellt werden, wenn datenschutzrechtlich bedenkliche Anwendungen nicht mehr genutzt werden.

Thüringen | Keine Neuinfektionen am Sonntag gemeldet

Erstmals seit Anfang März haben die Thüringer Gesundheitsämter an einem Tag keine neuen Corona-Infektionen gemeldet. Damit waren am Sonntag 160 getestete Thüringerinnen und Thüringer erkrankt - drei weniger als am Sonnabend und 181 Fälle weniger als vor zwei Wochen. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 3.253 Thüringer nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 2.908 gelten inzwischen als genesen. Gestorben sind insgesamt 185 Thüringerinnen und Thüringer, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren.

Thüringen | Corona-Überblick am Montag

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die neue Woche. Auch heute halten wir Sie wie gewohnt mit unserem Überblick über die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 in Thüringen auf dem Laufenden. Alle bisherigen Artikel, wichtige Hotlines und weitere Informationen finden Sie auch auf unser Übersichtsseite und in unserem Corona-Ratgeber.

Hier können Sie nachlesen, was am Freitag passiert ist:

Weitere Informationen zum Coronavirus

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg/sar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Juni 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Werner Original vor 6 Tagen

"Ein unsystematisches Testangebot für die gesamte Bevölkerung bringe keinen Erkenntnisgewinn, sagte Werner am Montag auf Anfrage der dpa. "Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass durch negative Tests bei den Menschen ein falsches Sicherheitsgefühl entsteht und das Risikobewusstsein zurückgeht."..
Jens Spahn (CDU). "Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend"...."

Warum wird von den beiden Politikern den Verantwortlichen in Bayern unsystematisches Vorgehen vorgeworfen? Das sollte man schon genau begründen, warum die Bayern "zu deppert dazu" sein sollen, Frau Werner und Herr Spahn. Es besteht zumindest die Gefahr, dass möglicherweise in Bayern ein "falsches Ergebnis" heraus kommt, was wiederum "falsche Meinungen" in anderen Bundesländern und im Bund hervorrufen könnte... bin gespannt.

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