Thüringen Corona-News vom 23. Juni: Thüringen will mehr Digitalisierung wagen

Ein Apoldaer Fitnessstudio fordert Entschädigung vom Freistaat für entgangene Einnahmen. Thüringen will mehr Digitalisierung. Und die Zahl der aktiven Infektionen geht zurück. Alle Infos im Corona-Nachrichtenüberblick für Dienstag.

Videokonferenz (Symbolbild)
In der Verwaltung in Thüringen sollen häufiger Videokonferenzen abgehalten werden. (Symbolfoto) Bildrechte: imago / imago images / Panthermedia / Andrey Popov

So ging es am Mittwoch weiter

Richter am Thüringer Verfassungsgericht in Weimar beim Urteil zur Klage der AfD mit Video
Die AfD will die Corona-Maßnahmen vor das Thüringer Verfassungsgericht bringen. (Archivfoto) Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Thüringen | Wieder weniger aktive Corona-Fälle

In Thüringen sinkt die Zahl der aktiven Corona-Fälle weiter. Derzeit sind noch 233 Menschen mit dem Virus infiziert, sieben weniger als am Montag. Zwar kamen zwei neue Infektionen dazu - auf 3.242 -, dafür sind aber neun weitere Menschen genesen - insgesamt 2.826. Es sind jetzt 139 aktive Fälle weniger als vor 14 Tagen. Die Zahl der Verstorbenen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, liegt bei 183. Am meisten betroffen ist weiterhin der Kreis Sonneberg.

Thüringen | Land will mehr Digitalisierung

Als eine Lehre aus der Corona-Krise will die Thüringer Landesregierung Beschäftigten in den Verwaltungen mehr Möglichkeiten zum Arbeiten von Zuhause aus bieten. In den vergangenen Wochen sei die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter mit einem Zugang zur Thüringer Datenaustauschplattform um etwa ein Drittel auf 3400 Nutzer gestiegen, teilte das Thüringer Finanzministerium mit. Demnach stieg auch die Zahl der Video- und Telekonferenzen deutlich an. "Wir könnten viele Dienstreisen, gerade nach Berlin, einstellen, wenn sich auch die anderen Länder ähnlich verhalten", sagte Finanzstaatssekretär Hartmut Schubert (SPD), der auch IT-Beauftragter des Landes ist. Damit könne man Geld, aber auch Zeit sparen.

Weiterentwickeln will das Land auch Verwaltungsdienste im Internet. Das Anmelden des Autos, der Antrag auf Wohngeld oder die Anmeldung des neuen Hundes - das alles soll in Zukunft online möglich sein. Perspektivisch soll man auch das Ummelden der eigenen Wohnadresse per Internet erledigen können.

Thüringen | Umfrage: Mehrwertsteuersenkung kein Kaufanreiz

Die Senkung der Mehrwertsteuer ist für viele Menschen laut einer Umfrage des Mitteldeutschen Rundfunks kein Kaufanreiz. 95 Prozent der Befragten wollen nicht verstärkt einkaufen, wie aus dem aktuellen Meinungsbarometer "mdrFRAGT" vervorgeht. Nur zwei Prozent der Teilnehmer gingen davon aus, dass die Händler die Mehrwertsteuersenkung komplett an die Kunden weitergeben werden. An der Online-Umfrage beteiligten sich mehr als 16.200 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mehr lesen Sie hier:

Apolda | Fitnessstudio fordert Entschädigung vom Freistaat Thüringen

Ein Apoldaer Fitnessstudio fordert vom Freistaat rund 11.000 Euro für entgangene Einnahmen durch eine fehlerhafte Corona-Verordnung. Zuvor war der Betreiber verwaltungsrechtlich gegen die Verordnung vorgegangen und hatte am 22. Mai Recht bekommen.

Das Oberverwaltungsgericht hatte damals entschieden, dass die vom Land verfügte Schließung von Fitnessstudios bis 1. Juni nicht rechtens war, wenn die betroffene Einrichtung über ein Hygienekonzept verfügte. In der Folge öffneten bereits am 25. Mai zahlreiche Thüringer Fitness-Betriebe wieder.

Ein Mann stemmt Hanteln mit Mundschutz
Das Fitnessstudio "LiViNG" in Apolda hatte gegen die Corona-Verordnung geklagt - und recht bekommen. Bildrechte: imago images / ZUMA Wire / Dave Hernandez

Im konkreten Fall geklagt hatte der "Fitness- und Gesundheitsclub LiViNG" in Apolda. Inhaber René Wittig sagte MDR THÜRINGEN, es sei nun klar, dass zumindest von Mitte Mai bis zum Urteil die Schließungsverordnung nicht rechtens war. Auf diesen Zeitraum beziehe sich seine Geldforderung. Eine Rückmeldung aus dem Gesundheitsministerium liege noch nicht vor.

Meiningen | Keine Neuinfektionen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist die Corona-Lage mit 149 nachgewiesenen Infektionen stabil geblieben. Wie eine Sprecherin im Landratsamt am Dienstag mitteilte, sind keine weiteren Personen positiv getestet worden. Insgesamt 131 Menschen haben die Infektion überstanden und gelten als genesen. Vier Patienten starben in Zusammenhang mit dem Virus.

Eisenberg | Saale-Holzland-Kreis fast coronafrei

Der Saale-Holzland-Kreis ist so gut wie coronafrei. Wie das Landratsamt mitteilte, gibt es ab Mitternacht keine aktiven Fälle mehr, sollte am Dienstag kein Infizierter gemeldet werden. Sechs Personen befinden sich noch in Quarantäne. Insgesamt hatten sich seit Ausbruch der Pandemie 73 Bewohner des Kreises mit dem Coronavirus infiziert. Drei Infizierte sind gestorben.

Sonneberg | Frau stirbt mit Corona-Infektion

Im Landkreis Sonneberg ist erneut eine mit dem Coronavirus infizierte Frau gestorben. Wie eine Sprecherin im Landratsamt sagte, wurde die 85-Jährige im Sonneberger Klinikum behandelt. Die Zahl der Todesfälle mit Infektion stieg damit auf 23. Insgesamt gibt es im Landkreis Sonneberg bisher 299 nachgewiesene Corona-Infektionen. 209 Menschen haben die Infektion überstanden und gelten als genesen.

Insgesamt ist die Zahle der aktiven Coronainfektionen in Thüringen weiter gesunken. Am Montagabend waren noch 240 Menschen mit dem Virus infiziert, sechs weniger als am Sonntag.

Eisfeld | Behördengänge ohne Terminvergabe wieder möglich

In Eisfeld im Landkreis Hildburghausen sind Behördengänge ab sofort auch ohne Terminvergabe wieder möglich. Die Stadt hat dafür im Erdgeschoss des Rathauses ein Bürgerbüro mit zwei Schaltern installiert. Wie Bürgermeister Sven Gregor (Freie Wähler) MDR THÜRINGEN sagte, sind Besucher und Rathausmitarbeiter so bestmöglich gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt. Ein Mund-Nasenschutz wird zwar empfohlen, ist aber keine Pflicht mehr.

Schmal-kalden | Zwölf mal Hygienesiegel vergeben

Die Stadt Schmalkalden hat bislang zwölf mal das neue Hygienesiegel vergeben. Wie eine Stadtsprecherin mitteilte, erhielten Betreiber von Hotels, Pensionen und Ferienhäusern das Zertifikat. Weitere 13 Unterkünfte haben nach Angaben der Stadt auch Interesse an dem Siegel. Darunter sind auch Gastgeber aus Floh-Seligental, Fambach und Rottrode.

Die Stadt hatte das Siegel Anfang Mai ins Leben gerufen, um nach der Corona-Krise mehr Touristen anzulocken. Betriebe müssen sich unter anderem dazu verpflichten, hohe Hygienestandards einzuhalten.

Thüringen | Corona-Überblick am Dienstag

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie natürlich wie gewohnt mit unserem Überblick über die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 in Thüringen auf dem Laufenden. Alle bisherigen Artikel, wichtige Hotlines und weitere Informationen finden Sie auch auf unser Übersichtsseite und in unserem Corona-Ratgeber.

Was bisher geschah | Corona-Nachrichten vom Montag

Die Corona-Entwicklungen vom Montag können Sie hier in unserer Übersicht vom 22. Juni nachlesen:

Weitere Informationen zum Coronavirus

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. Juni 2020 | 19:00 Uhr

11 Kommentare

Grosser Klaus vor 7 Tagen

Es wäre sehr hilfreich, wenn die einzelnen Bundesländer zeitnah einen umfassenden Lagebericht zu den Ereignissen, Entscheidungen und Fakten der letzten Monate veröffentlichten würde. Also nicht nur Zahlen und Verordnungen, sondern mal eine gründliche Aufarbeitung, was, wann zu welchen Entscheidungen geführt hat. Etwas wo man auch nachvollziehen kann, warum es ist wie es ist. Ähnlich wie das RKI ja auch regelmäßig einen recht ausführlichen Situationsbericht herausgibt.

Grosser Klaus vor 7 Tagen

Es wäre sehr hilfreich, wenn die einzelnen Bundesländer zeitnah einen umfassenden Lagebericht zu den Ereignissen, Entscheidungen und Fakten der letzten Monate veröffentlichten würde. Also nicht nur Zahlen und Verordnungen, sondern mal eine gründliche Aufarbeitung, was, wann zu welchen Entscheidungen geführt hat. Etwas wo man auch nachvollziehen kann, warum es ist wie es ist. Ähnlich wie das RKI ja auch regelmäßig einen recht ausführlichen Situationsbericht herausgibt.

Paule vor 1 Wochen

ElBuffo: kann es sein, dass Sie genau das wahrnehmen, was mit dem Lockdown bezweckt werden sollte? Wir brauchen wohl nicht außer Frage stellen, dass es einige Länder extrem getroffen hat. Selbst das viel gerühmte Schweden hat heute schon, bezogen auf die Bevölkerungsdichte, mehr Tote als Deutschland! Der Mund-Nasen-Schutz ist nicht zum eigenen Schutz, sondern zum Schutz Ihres Gegenüber! Sicher wird es wirtschaftliche Probleme geben und wir alle werden lange daran knabbern müssen. Aber was hat höheren Stellenwert? Geld sparen oder Leben retten?

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