Alarmstufe Rot Night of Light: Weshalb Gebäude in ganz Thüringen leuchteten

Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft haben am Montagabend mit einer Lichtaktion auf ihrer schwierige wirtschaftliche Lage hingewiesen. Auch in Thüringen wurden bei der "Night of Light" Spielstätten, Veranstaltungszentren und andere Bauwerke mit rotem Licht angestrahlt.

Erfurter Domplatz wird angeleuchtet
Unter anderem der Domplatz in Erfurt leuchtete bei der "Night of Light" rot. Bildrechte: Alexander Reißland

Mit einer "Night of Light" wurden in der Nacht zum Dienstag in mehreren Städten Thüringens Gebäude, Eventlocations, Spielstätten und Bauwerke rot angestrahlt. Damit wollte die Branche auf ihre Krise aufmerksam machen und so "Alarmstufe Rot" symbolisieren.

Corona-Krise: Veranstaltungsbranche ohne Einnahmen

Wegen der behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise sei einem riesigen Wirtschaftszweig praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen worden, hatten die Organisatoren rund um den Essener Eventlocation-Betreiber Tom Koperek im Vorfeld berichtet. Seit Mitte März mache die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe könnten weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden. Eine Pleitewelle enormen Ausmaßes drohe.

Fotos Night of Light: Rotes Licht erhellt Thüringens Veranstaltungsorte

Turm mit Leuchtschrift #nightoflight2020
Der Kasseturm in Weimar gilt als Deutschlands ältester Studentenclub. Mit der bundesweiten Aktion "Night of Light" wollen Veranstalter auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Turm mit Leuchtschrift #nightoflight2020
Der Kasseturm in Weimar gilt als Deutschlands ältester Studentenclub. Mit der bundesweiten Aktion "Night of Light" wollen Veranstalter auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Blick auf das erleuchtete Jena vom Jentower
Alarmstufe Rot auch in Jena. Mehrere Gebäude wurden rot angeleuchtet. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Beleuchtetes Gebäude in Jena
Das Volksbad Jena war einst eine öffentliche Badeanstalt. Heute ist es ein Veranstaltungsort. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Leuchtendes Schild mit Aufschrift 'Leuchtenburg'
"Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branche" begründeten die Veranstalter die Aktion. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Leuchtenburg wird angeleuchtet
Während der Corona-Krise fanden keine Veranstaltungen auf der Leuchtenburg statt. Auch Ausstellungen und Gastronomie blieben wochenlang geschlossen. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Erfurter Domplatz wird angeleuchtet
In Erfurt war der Domplatz illuminiert. Bildrechte: Alexander Reißland
Das angeleuctete Radisson-Hochhaus in Erfurt
Das Radisson-Hochhaus beherbergt eines der größten Hotels in Erfurt. Bundesweit wurden rund 8.900 Gebäude erleuchtet. Bildrechte: Marcus Scheidel
Presseklub in rotem Licht
Der traditionsreiche Erfurter Presseclub. Normalerweise finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt. Ab Juli wollen die Veranstalter wieder öffnen. Bildrechte: Marcus Scheidel
Club Central in rotem Licht
Der Erfurter Club "Central" hatte gerade erst eröffnet. Dann kam Corona. Bildrechte: Marcus Scheidel
Rotes Licht kommt aus allen Fenstern der Eburg Erfurt
Rotes Licht strahlt aus den Fenstern Erfurter Engelsburg. Der historische Gebäudekomplex beherbergt einen Studentenclub und eine Kneipe mit Biergarten. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Kloster Paulinzella in rotes Licht gehüllt
Der Turm und das Portal der Klosterruine Paulinzella leuchtete tiefrot. Auch das beliebte Kulturfestival in Paulinzella wird dieses Jahr ausfallen. Bildrechte: Dr. Kerstin Pfeifer
Wasserburg Niederroßla leuchtet rot
Auch der Burg- und Heimatverein Niederroßla hat sich an dem Event beteiligt. Am Montagabend erstrahlte die 900-jährige Wasserburg des Ortes rot. Das Wahrzeichen der Burg, der Schlossturm, auch Bergfried genannt, ist mit seinen 57 Metern der Höchste seiner Art in Deutschland. Bildrechte: MDR/Burg- und Heimatvereines Niederroßla, Siegfried Lunkenbein
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Juni 2020 | 08:30 Uhr

Erfurt: Domplatz wird zum roten Platz

In Erfurt beteiligten sich 64 Einrichtungen an der "Night of Light". Unter anderem strahlte der Domplatz rot. Illuminiert wurden beispielsweise auch die Veranstaltungshalle "Goldener Pflug" in Altenburg, das Geraer Theater, das Volkshaus Jena, das Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami in Weimar und das Schloss Friedenstein in Gotha.

Sorge vor Zusammenbruch der Branche

Carsten Müller aus der Werkleitung von JenaKultur zeigte sich überzeugt, dass der Branche der völlige Zusammenbruch droht. Der Erfurter Kaisersaal-Geschäftsführer Thomas Günther lehnte Kredite ab. Er und seine Kollegen fordern finanzielle Hilfen. Mit ihrem stillen Protest wollten Messebauer, Techniker, Caterer, Dekofirmen und Einzelunternehmer die Politik zum Dialog aufrufen.

Nach Angaben der Branche sind in Deutschland rund eine Million Menschen in der Veranstaltungswirtschaft beschäftigt. Bundesweit beteiligten sich mehr als 250 Städte an der Aktion "Night of Light".

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 23. Juni 2020 | 06:50 Uhr

1 Kommentar

Paule vor 35 Wochen

Wie viel Milliarden haben Künstler und Techniker in Benefizveranstaltungen der letzten Jahre zusammengetragen? Für jedes Ereignis waren sie gut genug. Für Flutopfer, für den Tsunami, für alle möglichen menschliche Schicksalschläge, Unfälle, Krankheiten usw... . Jetzt stehen sie mit dem Rücken zur Wand, haben seit Monaten überhaupt keine Einnahmen mehr, wissen nicht wie sie ihre Lebenshaltungskosten erwirtschaften sollen. Große Rücklagen mit denen man mehrere Monate überbrücken könnte, konnten bei der schlechten Zahlungsmoral von so manchen Veranstalter nicht wirklich gebildet werden. Es wird Zeit, dass jetzt diesen Menschen schnell geholfen wird! Wie würde wohl so ein Tag ohne die Arbeit der soloselbstständigen Künstler aussehen. Keine Musik im Radio, Fernsehen oder vom Smartphone? Nicht mal ein Werbejingle! Keine Theateraufzeichnung. Lieber MDR... wie würdet Ihr wohl euer Programm gestalten, wenn es keine Künstler mehr gibt? Probiert es mal aus... nur einen Tag.

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