Handwerk aus Thüringen Licht-Silhouetten aus Rengelrode: Helmut Hoppe setzt im Eichsfeld Lieblingsorte in Szene

Eigentlich sollten sie ihre Produkte auf Weihnachtsmärkten verkaufen, doch Corona lässt das nicht zu. In unserer Serie über Thüringer Traditionshandwerker und Handwerkerinnen stellen wir diesmal einen Holzschnitzer: die Manufaktur "Eichsfelder Holzkunst Helmut Hoppe".

Ein hell erleuchteter Lichtbogen, der ein Haus im Wald zeigt, davor zwei Menschen.
Helmut Hoppes Lichtbögen bringen Weihnachten auf jede Fensterbank. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Lichterbögen mit Fachwerkhäusern, Kirchen, Türmen und Traktoren. In der kleinen Werkstatt von Helmut Hoppe im Heiligenstädter Ortsteil Rengelrode herrscht ein Hauch erzgebirgischer Handwerkskunst. "Inspiration ist das Erzgebirge auf jeden Fall", sagt der Maschinenbauingenieur. Nussknacker- und Bergmannsmotive sucht man aber vergebens auf den Eichsfelder Bögen. Hoppes Bögen zeigen beispielsweise Jagdszenen mit Hochsitz, Wildschweinen, Hirschen und Rehe.

Vor zweieinhalb Jahren hat Helmut Hoppe seine ersten Motive entworfen; vor einem Jahr seinen Carport in einen Laden und Präsentationsraum umgebaut. Mittlerweile biete er ganzjährig Dekorationen aus Holz an. In seiner Werkstatt setzt er vor allem Lieblingsorte von Kunden in Szene, fräst und lasert bekannte Silhouetten aus Holz.

Die filigranen Kunststücke aus Buchenholz stehen mittlerweile nicht nur in Rengelrode sondern im gesamten Eichsfeld und deutschlandweit. Wegen Corona hat er die Eigenproduktion angekurbelt und einen eigenen Online-Shop eröffnet. Weihnachtsmärkte gibt es dieses Jahr nicht.

Ein fertiger Lichtbogen und ein Mann mit dem dazugehörigen Entwurf auf Papier.
Helmut Hoppe präsentiert seinen neuesten Entwurf. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die kleine Manufaktur produziert etwas Besonders: Die Bögen haben dimmbares Licht und bestehen aus jeweils zwei Motivseiten. Dadurch entsteht ein 3D-Effekt. Viele kleine im Boden platzierte Extramotive unterstreichen diesen Effekt. Deshalb ist der Eichsfelder Bogen nicht nur von einer Seite interessant. Hoppe entwickelt am Computer verschiedene Motive, diese werden für das maschinelle Bearbeiten vorbereitet.

Aus 240 mal 120 Zentrimeter großen, nur vier Millimeter dicken Buchenplatten werden die Einzelteile hergestellt und dann von Hand weiter bearbeitet. Dabei wird schon bei der Konstruktion viel Wert auf Stabilität gelegt. Zwischen den ersten Entwürfen, den maschinellen Fertigungsschritten, dem Feinschliff und der Installation des Lichtes vergehen mehrere Tage.

Dass auch in Thüringen mehr Schwibbögen produziert werden, verwundert Hoppe nicht: "Nicht nur wegen Corona besinnen sie sich die Leute auf die Familie und machen sich er gern ihr Zuhause schön". Der Werkstoff Holz werde gern genommen, weil er nachwächst und nachhaltig ist. Hinzu komme, dass sich die Leute gern mit Eichsfelder Motiven identifizieren: Fachwerkhaus, Kloster, Turm, Misthaufen, Heuwagen oder Hund vor dem Haus stehen auf der Wunschliste ganz oben.

Ein Kunde will eine Pyramide neben dem Fachwerkhaus, weil das bei ihm im Dorf so ist. "Jeder Bogen ist ein Unikat und der Eichsfelder Bogen am beliebtesten", sagt Hoppe. Gewünscht wurden aber auch schon Flugzeuge oder eine Eichsfelder Stracke-Fleischerei.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 05. Dezember 2020 | 07:40 Uhr

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