A38 Brand-Szenario im Tunnel - Autobahn stundenlang gesperrt

Blutverschmierte Autofahrer, Rauch füllt den gesamten Tunnel: Dieses katastrophale Szenario ist am Samstag auf der A38 durchgespielt worden. Etwa 160 Einsatzkräfte und Beobachter bereiteten sich so auf den Ernstfall vor.

Wegen einer großangelegten Übung ist der Höllbergtunnel auf der Autobahn 38 in Thüringen am Samstag stundenlang voll gesperrt worden. Zwischen etwa 14 und 20 Uhr waren beide Fahrtrichtungen nach Göttingen und Halle betroffen. Der Verkehr sollte über die Anschlussstellen Breitenworbis und Bleicherode umgeleitet werden, wie das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr mitteilte.

Rund 160 Feuerwehrleute und Rettungssanitäter sowie auch Beobachter von Polizei, Behörden und Feuerwehren anderer Bundesländer übten seit dem Mittag den Ernstfall auf der A38. Simuliert wurden ein Auffahrunfall mit eingeklemmten Personen und der Vollbrand eines Lkw.

Sperrung der A38: Brand-Szenario im Tunnel

Im Höllbergtunnel wirkte das Szenario am Samstag wie echt. Bluverschmierte Menschen - allesamt Darsteller - klopften im Rauch der Nebelmaschine von innen gegen die Autofenster. Eine Frau bekam eine Atem-Haube aufgesetzt, um nicht zu ersticken.

Lkw und Autos fahren auf der A71 in den Höllbergtunnel
Der Höllbergtunnel auf der A38 in Thüringen wurde am Samstag für eine Großübung stundenlang gesperrt. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Nach Angaben des Sicherheitsbeauftragten Frank Steiner ist eine solche Großübung für jeden Tunnel in Thüringen alle vier Jahre vorgesehen. Gleichzeitig - so Übungsleiter Christian Arend gegenüber MDR THÜRINGEN - gelten die Tunnel im Freistaat als die sichersten Deutschlands. Es gebe regelmäßig Lehrgänge in der Schweiz, auch sei spezielle Ausrüstung für Feuerwehren vorhanden.

Immer wieder große Übungen in Thüringer Tunneln

Zuletzt waren im Juni bei einer Tunnelübung im Thüringer Fleckbergtunnel etwa 1.000 Helfer im Einsatz. In den Röhren auf der ICE-Neubaustrecke wurde ein Zugunglück mit 400 Verletzten simuliert. Im Frühjahr übten außerdem 600 Helfer einen Notfall im Tunnel Berg Bock bei Suhl.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2019, 20:00 Uhr

2 Kommentare

j1sxad vor 10 Wochen

... ist eine solche Großübung für jeden Tunnel in Thüringen alle vier Jahre vorgesehen.

Offenbar nur bei den kleineren Tunneln, im Jagdbergtunnel bei Jena gibt es nicht solche Übungen, dort gibt es aber auch keine geeignete Umleitungsstrecke.

rhaghen vor 10 Wochen

Guten Abend
Ja, Feuerwehrübungen sind sicher gut und wichtig.
Und diese hier hat ganz eindeutig auch ein Heidengeld gekostet.
Allein die Flotte an Fahrzeugen für die Autobahnsperrung und die Umleitungen.
Man mag vielleicht über die Terminwahl an einem Brückentagswochenende diskutieren können, aber das ist leider nicht der wirkliche Mißstand.
Richtig traurig ist, daß all die tausend Fahrzeugführer, die heute zwangsläufig umgeleitet wurden und z.B. in Richtung Leipzig jeweils eine volle Stunde Zeit verloren haben, sicher keinerlei Verständnis für so eine "Übung" haben werden, bei der man die Kraftfahrer zu hunderten auf eine alte Bundesstraße umleitet, ohne dort durch Verkehrspolizisten oder eine Umstellung der Ampelsteuerungen für den entsprechenden Durchsatz zu sorgen.
An der Ampel hinter Niedergebra, an der alle wieder nach links zur Autobahn abbiegen mußten, kamen immer nur 3 - 5 Fahrzeuge in einer Grünphase durch...
Möge die eigentliche Übung besser durchdacht gewesen sein.
:-(

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