Björn Höcke bei einer Wahlkampfveranstaltung
Björn Höcke (Archivbild) Bildrechte: MDR/ Matthias Thüsing

Mahnmal-Aktion in Bornhagen Höcke bezeichnet Künstler-Gruppe als "Terroristen"

Bis jetzt schwieg Björn Höcke zu der Nachbildung des Holocaust-Mahnmals vor seinem Haus im Eichsfeld. Auf einem Treffen des rechtspopulistischen "Compact"-Magazins in Leipzig wurde er deutlich - auch in Richtung eigene Partei.

Björn Höcke bei einer Wahlkampfveranstaltung
Björn Höcke (Archivbild) Bildrechte: MDR/ Matthias Thüsing

Erstmals hat sich Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke zur "Kunst-Aktion" vor seinem Haus in Bornhagen (Eichsfeld) geäußert. Auf einer Veranstaltung des rechtspopulistischen "Compact"-Magazins am Samstag in Leipzig verurteilte er die Aktion scharf. Zugleich beklagte Höcke aber auch, dass sich manch ein Parteikollege deutlicher an seine Seite hätte stellen können. Auf Youtube kursieren entsprechende Mitschnitte seiner Rede im Eventpalast. Höcke sagte, das "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) sei keine Künstlergruppe. "Wer so etwas tut, ist in meinen Augen ein Terrorist." Seine Familie sei über elf Monate hinweg überwacht worden. Dies sei ein tiefer Eingriff "in das Schamgefühl eines Menschen".

Mitglieder der Berliner Aktivistengruppe "Zentrums für Politische Schönheit" hatten vor dem Grundstück von Höcke 24 Stelen errichtet, die an das Holocaustmahnmal in Berlin erinnern sollen. Die Gruppe mietete dafür verdeckt das Grundstück an und beobachtete nach eigenen Angaben den AfD-Politiker seit Monaten von dort aus.

300 Gegendemonstranten

AktivistInnen des Zentrums für Politische Schönheit und das von ihnen gebaute Mahnmal vor Björn Höckes Haus.
Mahnmal vor dem Höckes Haus in Bornhagen. Bildrechte: MDR

Auf der "Compact"-Konferenz in Leipzig nahmen neben Höcke unter anderem "Pegida"-Chef Lutz Bachmann sowie der Österreicher Martin Sellner von der rechtsextremen Identitären Bewegung teil. Der Veranstaltungsort wurde tagelang geheim gehalten. Das Aktionsbündnis "No Compact" machte ihn am Freitag öffentlich. Rund 300 Menschen demonstrierten am Samstagabend vor dem Eventpalast gegen die Teilnehmer der "Compact"-Konferenz. Laut Polizei kam es zu kleineren Rangeleien mit Beamten. Drei Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte sowie zwei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz seien registriert worden. Festnahmen habe es keine gegeben. Das Aktionsbündnis "No Compact" bezeichnete den Polizeieinsatz als "äußert repressiv" und kündigte an, ihn auswerten zu wollen.

Mahnmal soll Montag wieder öffnen

Das "Zentrum für Politische Schönheit" will das umstrittene Mahnmal gegen den AfD-Politiker am Montag unterdessen wieder zugänglich machen. Die Gruppe hatte den Zugang zu der Installation am Wochenende aus Sicherheitsgründen abgeriegelt. Der künstlerische Leiter des Zentrums, Philipp Ruch, sagte zur Begründung, "am Wochenende sei das Risiko von Angriffen Rechter größer". Das Zentrum hatte zuvor auch mangelnden Schutz durch die Polizei beklagt - nun gebe es dort wenigstens einen Ansprechpartner, sagte Ruch. Neben hunderter E-Mails mit Morddrohungen habe das Zentrum auch einen Anruf erhalten, dessen Urheber offenbar über Insider-Wissen zum Zentrum verfügte. Die Polizei hatte Vorwürfe zu mangelndem Schutz zurückgewiesen.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa / afp

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 23. November 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2017, 18:49 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

99 Kommentare

28.11.2017 17:34 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 99

@ 98. Mediator:
Um mal beim Herumalbern zu bleiben:
Wenn die Fr. Merkel für all das, was Du aufgezählt hast, tatsächlich verantwortlich wäre, würde man sie auch nicht 'aussitzende Raute' nennen, sondern 'Workaholic'! ;-)

28.11.2017 15:17 Mediator an Frage(97) 98

Frau Merkel ist also die Ursache für die weltweiten Flucht und Migrationsbewegungen?

Frau Merkel ist also die Ursache für den Bürgerkrieg im Irak und Syrien und für die Erstarkung der Terrormiliz IS?

Frau Merkel ist also Schuld daran, dass den Flüchtlingen heimatnah nicht einmal genügend Nahrung zur Verfügung gestellt wurde?

Frau Merkel ist also Schuld daran, dass einzelne Nationalstaaten in der EU das Flüchtlingsproblem lieber aussitzen statt innerhalb der EU lösen will?

Frau Merkel ist also schuld daran, dass die EU die Läder GR, ES und I bei der Aufnahme von Flüchtlingen in keinster Weise unterstützt hat, so dass diese ihre Grenzen öffneten?

Sorry, aber da machen sie es sich verdammt einfach!

Deutschland kann sich aufgrund seiner wirtschaftlichen, politischen und historischen Bedeutung eben nicht verhalten wie die osteuropäischen Staaten, die sich aktuell in Teilen weg von Rechtsstaatlichkeit entwickeln.

Mehr aus der Region Nordhausen - Heiligenstadt - Mühlhausen - Sömmerda

Mehr aus Thüringen