Pandemie Eichsfeld erstes Corona-Risikogebiet in Thüringen - strengere Regeln erlassen

Der Eichsfeldkreis gilt wegen deutlich gestiegener Infektionszahlen als Corona-Risikogebiet. Innerhalb eines Tages gab es nach Angaben des Gesundheitsamtes 18 Neuinfektionen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl, die aussagt wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen erkrankt sind, stieg auf 54. Als kritische Schwelle gilt ein Wert von 50 - wird er überschritten, müssen die betroffenen Regionen gegensteuern.

Eine Jesusfigur ist an der St.-Aegidien-Kirche an einem Kreuz befestigt. Um eine Ausbreitung des Coronavirus entgegen zu wirken, ist die Prozession, für die jährlich Tausende ins Eichsfeld kommen, abgesagt worden. Die Prozession erinnert an den Leidensweg von Jesus Christus vor seiner Kreuzigung. Sie ist eine der größten Prozessionen am Palmsonntag in Deutschland. Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche.
Der gesamte Eichsfeldkreis ist zum Corona-Risikogebiet erklärt worden. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Zahlreiche Kontaktpersonen würden derzeit getestet, hieß es. Noch am Dienstag erließ das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung mit strengeren Regeln. Demnach ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes ab sofort auch im Freien überall dort verpflichtend, wo ein Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Das gilt zum Beispiel für Bushaltestellen, belebte Einkaufsstraßen, Warteschlagen oder Beerdigungen.

Außerdem müsse ab sofort auch das Personal in Geschäften oder Handwerksbetrieben Maske tragen, sagte eine Sprecherin des Landkreises MDR THÜRINGEN. Die neuen Regeln gelten zunächst bis Ende Oktober.

Schulen bereits in Krisenstufe Gelb

Wegen der gestiegenen Infektionszahlen schränken bereits alle Schulen im Eichsfeldkreis ihren Betrieb ein. Sie wechseln am Mittwoch von normalem Regelbetrieb in die Krisenstufe Gelb. Derzeit sind im Eichsfeldkreis 54 Menschen aktiv mit dem Virus infiziert. Zahlreiche Kontaktpersonen würden getestet, so das Gesundheitsamt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Oktober 2020 | 18:00 Uhr

46 Kommentare

lobo56 vor 2 Wochen

Dann lassen wir Mal alle Vorsichtsmassnahmen weg und warten ,bis wir mind. 25000 Tote haben, dann können wir ja immer noch handeln ..
Ist das ihre Logik ? Ich glaube, eine starke regionale Grippewelle ist mit einer weltweiten Pandemie nicht zu vergleichen. Oder gab's 2017/18 in Italien, Spanien, USA , Indien usw. auch höhere Sterbedaten eigen Virusgrippe ???

Peter vor 2 Wochen

Zur Übersterblichkeit in Deutschland empfehle ich, sich bei "Sterbefallzahlen und Übersterblichkeit" des Statistischen Bundesamtes zu informieren.
Wahr ist, dass es in den letzten Monaten bei niedrigen Infektionszahlen keine Übersterblichkeit gab. Allerdings lag sie in der 15. Kalenderwoche (auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr) gegenüber dem Mittel um 1.737 Tote höher.
Und die letzten Todeszahlen sind für die 37. KW vermerkt. 26 in einer Woche. Allein gestern in der 42. KW sind an einem Tag 43 Menschen an Corona gestorben.
Akel, Sie sollten aufhören, sich allein bei Sputnik & Co. zu informieren. Sie sollten in der Realität ankommen. Die ist schon ganz anders, als Sie es erträumen.

Critica vor 2 Wochen

Akel, auch mir fällt das auf, schon lange. Mir ist allerdings noch nicht klar, wer hier zensiert. Spekulieren kann man ja, aber das tue ich nicht hier... :)

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