Luftbild einer hohen Stahlkonstruktion in mitten eines Fabrikgeländes neben einer roten Abraumhalde
Vor 25 Jahren endete der Kaliabbau im Bergwerk Bischofferode. Jetzt wird das Fördergerüst abgebaut. Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus

Bergbau Fördergerüst von Bischofferode verschwindet

Luftbild einer hohen Stahlkonstruktion in mitten eines Fabrikgeländes neben einer roten Abraumhalde
Vor 25 Jahren endete der Kaliabbau im Bergwerk Bischofferode. Jetzt wird das Fördergerüst abgebaut. Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus

Knapp 25 Jahre nach Ende der Förderung im Kalibergwerk Bischofferode im Eichsfeld verschwindet das Fördergerüst. Die Firma Schachtbau Nordhausen baut die 63 Meter hohe Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1968 bis Montag mit drei großen Kränen ab. Nach Angaben eines Schachtbau-Sprechers wurden am Sonnabendmorgen die beiden Sechs-Meter-Seilscheiben entfernt, an denen die Förderkörbe des Schachts hingen.

Ein Kran und ein turmartiges Stahlgerüst vor einer Arbaumhalde
Mit großen Kränen wird die 63 Meter hohe Stahlkonstruktion abgebaut. Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus

Neben dem 350 Tonnen schweren Fördergerüst werden in Bischofferode weitere Bergwerksanlagen über Tage abgebrochen, darunter das Gebäude für die Fördermaschine. Unter der Erde hat der Bergbausanierer LMBV die Arbeiten zur Verwahrung der Grube bereits 2017 abgeschlossen. Die beiden Schächte - also die Zugänge zur Grube - wurden verfüllt.

Ein Arbeitskampf der Bergleute hatte das Kaliwerk Bischofferode 1993 bekannt gemacht. Die Schließung des Bergwerks mit seinem hochwertigen Kalisalz vor Augen, besetzten Mitarbeiter das Werk und fuhren für eine Kundgebung nach Berlin. Ihre Parole "Bischofferode ist überall" stand und steht für die massive Entlassungswelle in Ostdeutschland in den 1990-er Jahren. Mitte 1993 traten zwölf Bergleute in den Hungerstreik. Auch dieser Protest blieb vergeblich: Kurz vor Weihnachten 1993 wurde die letzte Förderschicht in dem Bergwerk gefahren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 25 Jahre Bischofferode | 05. August 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2018, 17:48 Uhr

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3 Kommentare

28.05.2018 09:00 martin 3

Auch ich finde es bedauerlich, wenn die "Wahrzeichen" verschwinden. Allerdings sollte man die Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten solcher Bauwerke nicht unterschätzen. Und dann stellt sich schon die Frage, wofür das Geld ausgegeben werden soll.

27.05.2018 09:37 Holger 2

Warum bleibt solch ein Förderturm nicht als Industriedenkmal erhalten???
Im Ruhrgebiet kann man sich so noch informieren und selbst ein Bild machen wie vor Jahren der Bergbau und die Stahlindustrie produziert haben.
Aber für den Abriss des Förderturms in Bischofferode gibt es dafür eine eindeutige Erklärung: "weg mit den Altlasten aus DDR-Zeiten und weg mit Allem was in diesem Ort an den Bergbau erinnern könnte!!!

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