Nach Aufnahmen des Grundstücks des Thüringer NPD-Chefs Fotografen im Eichsfeld von rechten Schlägern angegriffen

Angriff auf Fotografen bei Haus von Thorsten Heise
Polizei und Thorsten Heise (Chef der Thüringer NPD) vor dessen Haus. Bildrechte: MDR/Marian Ramaswamy

Der Staatsschutz ermittelt nach einem schweren Raub im Eichsfeld. Hintergrund ist, dass sich zwei 26-Jährige aus Göttingen vor dem Wohnhaus des Thüringer NPD-Chefs Thorsten Heise in Fretterode aufgehalten und Fotos und Filmaufnahmen gemacht hatten. Daraufhin kamen laut Polizei Nordhausen zwei maskierte Männer aus dem Haus und vertrieben die Fotografen. Als diese mit dem Auto davonfuhren, wurden sie von den Maskierten, die der rechtsextremen Szene angehören, verfolgt.

Bei Hohengandern kam es dann zur Konfrontation. Die Verfolger demolierten den Wagen der beiden und verletzten sie. Nach Angaben des Anwalts der beiden Göttinger wurden dabei ein Baseballschläger, ein Messer, ein Schraubenschlüssel und Pfefferspray eingesetzt. Außerdem entwendeten die Angreifer deren Kamera. Der Anwalt kündigte eine Klage wegen schweren Raubes und eines versuchten Tötungsdeliktes an.

Die herbeigerufene Polizei konnte die 24-jährigen mutmaßlichen Täter im Haus von Heise stellen, der den Beamten freiwillig öffnete. Die Kamera jedoch ist verschwunden. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei Nordhausen ermittelt gegen die Männer. Sie und auch die Opfer, die sich als freie Journalisten bezeichneten, machten keine weiteren Aussagen.  

Bundestagsabgeordnete Renner: Verbindungen nach Österreich und Ungarn

Bei den Angreifern soll es sich nach Angaben der Thüringer Bundestagsabgeordneten Martina Renner (LINKE) um einen NPD-Funktionär im niedersächsischen Landesvorstand handeln, der sich auch an dem Überfall von Neonazis in Leipzig-Connewitz im Januar 2016 beteiligt habe. Auch der Versammlungsleiter eines für den 1. Mai in Erfurt angemeldeten NPD-Aufmarsches habe bei den Übergriffen mitgemacht. Dem ehemaligen Thüringer Regionalleiter des mittlerweile aufgelösten Holocaustleugner-Netzwerks "Europäische Aktion" (EA) und seinem Verein "Stahlsau" werden laut der Linken-Politikerin paramilitärische Aktivitäten vorgeworfen. Als Teil eines deutsch-österreichischen Netzwerks von EA-Anhängern um den ehemaligen österreichischen EA-Landesleiter habe er gute Kontakte zu einer militanten Neonazi-Organisation in Ungarn unterhalten. Renner warnte, die NPD baue ihre Strukturen als Sammelbecken für Straf- und Gewalttäter weiter aus.

Quelle: MDR THÜRINGEN/epd

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 30. April 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2018, 12:46 Uhr

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85 Kommentare

01.05.2018 12:34 der_grenzgänger 85

Gewalt ist keine Antwort auf die Ihrer Meinung nach "falsche" und "einseitige" Berichterstattung. Wenn sich jemand dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlt, kann er den "Knipser" anzeigen. Gewalt geht aber mal gar nicht. Und da die körperliche Gewalt in Verletzungen inklusive Sachbeschädigungen am Auto und dem Diebstahl der Digitalkamera endete, heißt es und muss es heißen: Nazis anzeigen und ab in den Bau!

01.05.2018 12:29 D.o.M. 84

Mal ganz nebenbei: Wenn sich solche selbsternannten Photographen vor meinem Haus aufbauten, wäre mir extrem unwohl dabei. Und ich würde mir das schwer verbitten.

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