Eichsfeld Kompromiss bei Autozulieferer Norma: Perspektive für Werk in Gerbershausen

Eine Strukturentwicklungsgesellschaft soll Investoren suchen und Perspektiven für die 160 Arbeitsplätze entwickeln. Dennoch bleibt es bei der für Ende 2022 vorgesehenen Schließung des Norma-Werks in Gerbershausen.

Firmensitz der Norma Group in Maintal
Der Verbindungselemente-Hersteller Norma hatte angekündigt, sich bis 2022 aus Gerbershausen zurückzuziehen. Bildrechte: Norma Group

Beim Automobilzulieferer Norma haben Unternehmen und IG Metall einen Kompromiss zur geplanten Sanierung gefunden. Danach bleibt es zwar bei der für Ende 2022 vorgesehenen Schließung des Thüringer Werks in Gerbershausen. Unter Beteiligung der Landesregierung soll nun aber eine Strukturentwicklungsgesellschaft Investoren suchen und Perspektiven für die 160 Arbeitsplätze über 2022 hinaus entwickeln. Dies teilten beide Seiten nach dem Verhandlungsende am Sonntag mit.

Arbeitsplätze sollen nach Tschechien ausgelagert werden

Am Firmensitz Maintal bei Frankfurt sollen nun maximal 100 statt 160 Stellen sozialverträglich wegfallen. Für den Standort sei eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahresende 2025 durchgesetzt worden, berichtete die Gewerkschaft. Noch müssen allerdings die Gremien der Gewerkschaft über das Verhandlungsergebnis beraten. Auch stehen noch ergänzende Regelungen mit den örtlichen Betriebsräten aus.

Der Verbindungselemente-Hersteller Norma hatte angekündigt, sich bis 2022 aus Gerbershausen zurückzuziehen. Die Arbeitsplätze sollen in ein Werk nach Tschechien ausgelagert werden. Im Eichsfeld würden damit 160 Arbeitsplätze wegfallen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 28. September 2020 | 12:30 Uhr

4 Kommentare

Quantix vor 3 Wochen

Das klingt jetzt so viel nüchterner, dass einem geradezu ins Auge springen muss, wie deplatziert die gewählte Überschrift dazu ist. Muss man zu diesem heiklen Thema wirklich eine unredigierte dpa-Meldung raushauen? Ich hatte kurz echt Hoffnung und dann wird einem nur heiße Luft verkauft. Das kann der MDR besser!

MDR-Team vor 3 Wochen

Hallo Quantix,
der "Kompromiss" ist, dass die Firma zumindest mit sich reden lässt. Ob der Standort dadurch gerettet werden kann, weiß natürlich noch keiner.

Quantix vor 3 Wochen

Das nenne ich hochdestillierten Zynismus: Werksschließungen werden jetzt also als „Kompromiss“ und „neue Perspektive“ verkauft? Lieber MDR, wer hat sich den diesen Euphemismus einfallen lassen?

Hier hat der Standort Gerbershausen genau 0% seiner Forderungen durchsetzen können. Die Gründung einer Transfergesellschaft zur Arbeitsplatzabwicklung und die Verwertung der Liegenschaften und des Anlagenparks durch Verkauf wären ohnehin erfolgt.

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